Was ist bedeutsam für dich?

Wie stellt sich die Wirtschaft einen idealen Kunden vor? – Neugierig, impulsiv, willensschwach, beeinflussbar, gemütlich und faul, ein ‚Herdentier‘ und ein Angsthase. 

Das glaubst du nicht?

Na dann pass mal auf 😉

Neugierig: wie viele Millionen Menschen abonnieren Apples Infodienst via Twitter, um als Erste über die neusten News Bescheid zu wissen?

Impulsiv: Hast du schon mal einen Einkauf getätigt, den du nacher bereut hast?

Willensschwach: die Süßigkeiten-Industrie freut es

Beeinflussbar: die Nachbarin meinte, der Fön, den sie hat, sei richtig gut. Wie wahrscheinlich ist es, dass du beim nächsten Kauf eines Föns an den Ratschlag deiner Nachbarin denkst?

Gemütlich und faul: wie viel Prozent der Fitness-Studio-Anmelder sind zum Jahresende immer noch regelmäßig dabei?

Herdentier: ein Straßenmusikant scharrt zahlreiche Menschen um sich herum. Als du vorbei gehst, bleibst du auch kurz stehen und schaust, was da los ist. Warum?

Angsthase: viele sprechen über ihre zahlreichen Ideen einer genialen Selbständigkeit, doch nur die Wenigsten wagen es, diese auch umzusetzen.

Warum aber ist das so, dass die Wirtschaft solche Kunden ideal findet?

Denk mal an die Automobilbranche. Einige Jahre hat diese einfach darauf vertraut, dass sich schon keiner rühren wird in Richtung „Umweltfreundliche Autos“. Man ruhte sich auf der Aussage aus, dass es keinen Bedarf gäbe für Elektroautos. Klar, es gab exorbitante Investitionshöhen gegeneinander abzuwägen. Da war es vernünftiger, eher an dem Bestehenden harumzubasteln. Dementsprechend legte die Werbung ihren Hauptfokus auf Emmissionseinsparung. Die Verbraucher sprangen darauf ein und kauften fließig die neusten Modelle mit weniger Spritverbrauch. Was am Ende dabei herauskam, hast du ja in der „Diesel-Affäre“ mitbekommen.

Interessanterweise machte sich aber ein Mensch auf den Weg, genau dieses Vorgehen der Automobilbranche zu hinterfragen. Er ließ sich nicht beirren und tat das, was ihm bedeutsam erschien: er baute ein Elektroauto, obwohl er keine Ahnung vom Autobauen hatte. Hier kannst du das Interview mit Elon Musk aus dem Jahre 2013 lesen.  Sein mutiger, einsamer Schritt bewirkte eine solch große Veränderung, dass diese nach und nach größere Kreise weltweit zog. Heute sind die Autobauer im Zugzwang.

Was können wir von solchen Menschen lernen?

In unserem Bemühen dazuzugehören und ein Teil einer Gemeinschaft sein zu wollen, vergessen wir öfters zu hinterfragen, ob wir das überhaupt wollen, was die „Gemeinschaft“ so vorzugeben scheint. Das ist bei Jungendlichen so und bei uns Erwachsenen nicht anders. Wir sind nun mal soziale Wesen und brauchen das Gefühl, irgendwo dazuzugehören. 

Wenn dann Wochen nur so an uns vorbei rauschen, dann bemerken wir nicht mal, dass wir wie ein Rädchen im Getriebe funktionieren.

Genau das will aber die Wirtschaft, sie will unmündige Kunden, die nicht selbst denken oder Dinge hinterfragen.

Wenn du dich aber entschließt, die Dinge zu hinterfragen und selbst nach eigenen Wegen zu suchen, wirst du nicht selten auf Unverständnis und Ablehnung stoßen.

Das ist aber nicht der springende Punkt.

Das, was du dir überlegen solltest, ist, was für DICH Bedeutung hat. Wann ist etwas für dich bedeutsam?

Wenn du nämlich mit Herz und Seele für etwas brennst, dann ist es unwichtig, was die große Masse darüber denkt, ob es der Norm entspricht oder völlig außer der Reihe tanzt. Es zählt nur das, was für dich wirklich wichtig ist. 

Meist sind es Dinge, die nicht mit dir selbst, sondern mit Anderen zu tun haben. Etwas, was auch anderen dienlich ist und ihnen zu einem besseren Leben verhilft. Der Fokus liegt dann nicht mehr so sehr auf „Haben“, sondern mehr auf „Machen“ und „Sein“.

Weg zur Bedeutsamkeit

Wenn du dich beim nächsten Mal wieder wie ein kleines Rädchen im Getriebe fühlen solltest, dann denke an all das, was wirklich bedeutsam für dich ist. 

Du wirst eine innere Ruhe und Kraft aufweisen, dich gegen gesellschaftliche Normen und Meinungen stellen können wird. Für dich ist deine Sache dann schlichtweg „bedeutsamer“ als die Ansichten und Meinungen Anderer. 

Hier findest du eines interessantes Interview mit Gerald Hüther zum Thema Bedeutsamkeit und Lebenssin. Er erklärt auf eine schöne, verständliche Art, was es aus wissenschaftlicher Sicht mit dem „Schweinehund“ und mit echter Veränderung auf sich hat. 

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Verfolgen deiner für dich bedeutsamen Themen.

Sei mutig. Sei großartig. Sei einfach du selbst.

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