Warum wir zögern

Lange habe ich überlegt, ob ich über dieses Thema schreiben soll. Dieser Blog soll dich schließlich motivieren und zum Handeln anregen. Und dennoch finde ich, dass es wichtig ist zu wissen, warum wir zögern. Weißt du es?

Ansprüche

Wir Mamas versuchen die perfekte Mutter, Ehefrau, Nachbarin, Mitarbeiterin, Miss Wonderwoman zu sein, noch bevor wir überhaupt gelernt haben, wie man all diese Rollen „managt“. Frust kommt auf, wenn dies nicht so gerlingt, wie wir es uns vorgestellt hatten, und nicht selten stoßen wir dabei an unsere persönlichen und körperlichen Grenzen. In dem Bestreben, den Rollen bestmöglich gerecht zu werden, vergessen wir manchmal, worum es uns persönlich, oder sagen wir besser, eigentlich geht. Zudem ist es sehr schwer anderen gegenüber einzugestehen, dass man etwas nicht schafft. Folglich zögern wir, uns zum Beispiel Unterstützung zu holen.

Doch irgendwann holt uns eine ganz bestimmte Frage ein. Spätestens wenn die Kinder aus dem Gröbsten sind, fragen wir uns: was nun? Wir sind vielleicht mitte dreißig oder vierzig und überlegen: was mache ich jetzt bis zur Rente?

Die Erkenntnis, dass es mehr gibt als nur Kind, Haushalt und Arbeit ist ein erster Schritt, doch oft lässt die Lebenssituation nicht zu, dass man sich Luftschlösser ausdenkt, geschweige denn diese zu realisieren versucht. Nicht selten ist da auch ein gewisser Druck, es allen und jedem recht machen zu müssen und es wird zögert, sich den eigenen (Frei-)Raum einzugestehen. Wichtige Entscheidungen und Veränderungen werden hinausgezögert.

Manche zögern ein paar Monate. Andere ein paar Jahre. Wenige ihr ganzes Leben lang.

Persönliche Blockaden

Während meines Studiums, wo ich im 8. Moanat schwanger war, hatte ich einmal einen totalen Blackout. Gerade in dem Moment, wo ich einen Seminarvortrag hielt, überfiel mich dieser Ausfall wie aus heiterem Himmel. Es war furchtbar und ich fand auch nicht wieder zurück zu meinem Redefluss. Alles in meinem Kopf war weg! Ich hätte heulen können.

Jahre später noch hing mir dieses Erlebnis nach und ich glaubte, ich wäre unfähig, frei vor einer Gruppe von Menschen zu sprechen.

Im Job als Personalentwicklerin sah ich mich jedoch der Tatsache gegenüber, diese Blockade, diese Angst überwinden zu müssen, wollte ich meinen Job gut machen. Ich überlegte mir folgendes: wenn ich es schaffe, nur einmal vor einer Gruppe frei zu sprechen ohne wieder diesen Ausfall zu bekommen, dann könnte ich es auch ein zweites Mal schaffen. Und dann ein drittes, fünftes, zehntes Mal.

Ich bereitete mich akribisch vor, nutze meine Jogging-Runden, um meinen Vortrag einzuüben, suchte mir meine Jungs als kritisches Publikum aus, und…

… hielt ein sehr gelungenes Seminar.

Dies wiederholte ich dann noch ein paar Mal.

Heute hab ich kein Problem mehr damit, frei vor einem Publikum zu sprechen. Mit der Zeit hat sich herausgestellt, dass ich das besonders gut kann, ohne jemals irgendein Seminar zum Thema Vortragen besucht zu haben. Die Seminarteilnehmer sind sogar dankbar, dass ich ihnen die Themen so gut erklären kann. Das hätte ich damals während meines Studiums nie für möglich gehalten.

Ich habe das Zögern überwunden.

Wenn ich damals nicht an mich geglaubt hätte, würde ich nicht heute hier sein.

Was kannst du aus diesem kleinen Beispiel für dich mitnehmen?

Versuche bitte nicht, bereits jetzt alles perfekt zu können. Letzen Endes lähmt es dich nur und hindert dich daran, dich weiterzuentwickeln und deine Stärken auszuweiten. Gib dir Zeit zum Lernen und zum Wachsen. Mache Fehler und lerne daraus. Deinen Kindern gestehst du diese Zeit mit allem drum und dran doch auch ein? Guck es dir doch bei deinen Kleinen ab: du siehst, wie sie zögern und auch ein Stückchen Angst haben. Manchmal fragen sie schlichtweg um Hilfe. Doch dann überschreiten sie die Hürde des Zögerns und tun es einfach.

Vertraue darauf, dass du den Zeitpunkt spüren wirst, wenn es heißt, weiter zu lernen und zu wachsen.

Einige Mamas entscheiden sich bewusst für ein drittes, viertes oder fünftes Kind. Und das ist auch gut so. Wenn du allerdings nach dem ersten Kind das Gefühl bekommst, dass du im übertragenen Sinn „weiterziehen“ und etwas Neues dazulernen möchtest, dann bleibst du eben bei einem Kind und konzentrierst dich dann auf weitere, neue Themen.

Nur eines solltest du nicht machen: zögern.

Das Zögern überwinden

Ich möchte dir heute eine kleine Übung anbieten:

Überlege, in welchem Bereich du dein persönliches Zögern und Zaudern hast. Zögerst du, dich auf eine herausfordernde Stelle zu bewerben, oder endlich regelmäßig Sport zu machen, deine Ernährung umzustellen oder eine Fortbildung zu machen? Was auch immer es sein mag. Beschließe heute, nur heute, dein Zögern zu überwinden und es dennoch zu tun. Nur heute. 1x

Ich bin mir sicher, dass du das kannst.

Wenn du im Moment der Entscheidung Widerstand spürst, dann schreibe dir die Gedanken auf, die in dem Moment hochkommen. Schreibe sie auf und überlege, was passieren würde, wenn du es diesmal einfach machen würdest. Was könnte schief gehen und welche Chancen würden sich auftun, WENN du es dennoch tust. Schreib es dir auf und dann tu es einfach.

Und wenn du es heute geschafft hast, dann schreib mir unbedingt, wo du dein Zögern überwunden hast! 

Ich würde mich freuen 😊

Eigene Stärken erkennen

Manchmal zögern wir auch, wenn wir meinen, nicht mutig genug zu sein. Dabei schlummert vielleicht ein echtes Talent in diesen unbekannten Gefilden. Innerlich kann es sein, dass du spürst, dass da etwas ist, traust dich aber nicht, dem nachzugehen.

In dem Moment aber, wo du erkennst, dass du etwas außergewöhnlich gut kannst und es dir womöglich tausendmal leichter fällt, als anderen, dann ist es sogar deine Pflicht genau das zu tun! Du wirst nicht nur zufriedener und glücklicher sein, du wirst auch dadurch, dass du deine Stärken aktiv einsetzt, anderen einen echten (Mehr)Wert schaffen!  Überleg mal, wenn Whitney Houston ihr Talent für sich behalten hätte, aus Furcht davor, dass sie nicht gut genug singen kann. Wie vielen Millionen Menschen hätte sie die schönsten Momente womöglich ihres ganzen Lebens verwehrt …? Also überlege noch einmal: wo zögerst du und warum? Und was wäre, wenn du dieses eine Mal mutig wärst und es dennoch probieren würdest?

Es ist deine Pflicht, dein bestes Ich der Welt zu zeigen!

Zöger nicht mehr, denn die Welt wartet schon auf dich. 

Sei mutig. Sei großartig. Sei einfach du selbst.

Deine Ewa

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