Setze deinen Fokus

Ein bisschen hier, ein paar Anstrengungen da, ein zarter Versuch dort. Aber nichts so richtig. Wie denn auch, es gibt viel zu viele Dinge, die anbrennen und erledigt werden müssen. Etwas richtig ausdauernd zu tun scheint da oftmals ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Kommt dir das bekannt vor?

Im Wirrwarr der Unmöglichkeit

Für gewöhnlich halten wir genügend Bälle in der Luft, so dass wir nicht noch einen zusätzlichen brauchen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mit den Jahren immer mehr Jonglierbälle hinzukommen. Kann man das überhaupt noch schaffen? Kann man alle in der Luft halten, ohne dass nur einer auf den Boden fällt?

Jein.

Genauso, wie du Stück für Stück lernst, Mutter zu sein, so lernst du auch, mit jeder weiteren hinzukommenden Anforderung zu wachsen. Zuerst ist es recht einfach und simpel: das Kind braucht Nahrung, Schlaf, Liebe und eine trockene Windel. Doch mit der Zeit ändern sich die Anforderungen, die ein Kind stellt. Sie werden komplexer und herausfordernder. Ähnlich ist es auch im Berufsleben. Zu Beginn erhälst du relativ leichte Aufgaben, welche mit der Zeit anspruchsvoller und schwieriger werden. Sie werden nicht nur herausfordernder, es werden auch stetig mehr davon. Und das bei gleich bleibender, zur Verfügung stehender Zeit.
Wenn du Glück hast, dann hälst du mitten im Rotieren inne, und bemerkst, wieviel du tatsächlich leistest. Tag für Tag. Woche für Woche. Jahr für Jahr.

Aber was, wenn nicht?

Was passiert, wenn du immer weiter machst, die Aufgaben immer mehr zunehmen und du kaum noch Zeit hast, dir über irgendetwas Gedanken zu machen?

Wirst du das bis zu deinem Tode so forführen wollen?

Ich nehme an, dass du dies nicht möchtest.

Wie kommst du nun aus diesem ‚Hamsterrad‘ heraus?

Heute hast du die Gelegenheit, dein vom letzten Blog gewähltes Thema zu platzieren. Du richtest dich aus. Du setzt deinen Fokus.

Aber was bedeutet ’sich ausrichten‘ und den eigenen ‚Fokus setzten‘?

Stell dir einen Fotografen vor, der ein Foto schießen möchte. Wenn er das Motiv gefunden hat,  dann richtet er seine volle Aufmerksamkeit auf dieses Motiv. Er konzentrierst sich auf den Moment, stellt die Linse ganz scharf, damit er das Motiv klar und deutlich sehen kann. Gleichzeitig blendet er alles andere aus. Alles drum herum stellt er „unscharf“, denn es ist nicht wichtig für seine Arbeit. Einzig das Motiv zählt. Und dann drückt er ab.

Im übertragenen Sinne kannst du deinen Fokus für deinen ganz persönlichen Weg ähnlich setzten.

Du wählst dein Motiv aus.

Nur eins.

Dann fokussierst du dich auf dieses Motiv, richtest deine ganze Aufmerksamkeit darauf.

Und gleichzeitig ‚ignorierst‘ du alles, was störend oder unbedeutend ist.

Solange, bis du deine Aufgabe erledigt hast.

Du meinst, dass es schwierig ist?

Ja, ist es auch.

Aber es ist dein Weg.

Und sollte es nicht wert sein, alle Mühen auf sich zu nehmen, um DEINEN Weg gehen zu können?

Ich bin davon überzeugt: JA!

Den eigenen Fokus setzen

Mein Fokus, den ich vor einiger Zeit gesetzt hatte war: Unabhängigkeit

Ich merkte, wie ich durch Zögern und Abwarten nicht wirklich weiter kam. Unsicherheit bewirkte, dass ich meine Entscheidungen absprechen wollte und wenn es keine Gelegenheit dazu gab, dann stand ich da ohne Ergebnis. So konnte es für mich nicht funktionieren. Ich wollte so nicht mehr arbeiten und ich wollte auch nicht mehr abhängig sein. Folglich entschied ich mich, eigenständig zu entscheiden und selbstverantwortlich zu handeln. Mit allem, was dazu gehört. Ich war bereit, den Preis zu bezahlen: Fehler zu machen und falsch zu liegen, Kritik zu erhalten und möglicherweise den Verantwortungsbereich entzogen zu bekommen. Mir war es wert, das Risiko, falsch zu liegen, auf mich zu nehmen.
Dies bedeutete aber auch, dass ich mich bewusst entscheiden musste, bei welchen ‚Jonglierbällen‘ ich es darauf ankommen lasse, dass sie auch mal herunterfallen. Ich konzentrierte mich einzig auf meine wichtigen Bälle in der Luft, alle anderen waren zweitrangig.

Noch heute sorge ich dafür, dass meine Fokus-Tätigkeiten zuallererst ‚erledigt‘ werden. Ich blende solange alles andere aus, bis ich diese erledigt oder zu einem festgelegten Grad vorangetrieben habe.

Jetzt bist du dran.

Für was hast du dich entschieden?

Überlege, wie du den Entschluss in deinem kleinen beruflichen Umfeld umsetzen kannst. Meist ist es einfacher, bei sich selbst zu beginnen. Für das Verhalten anderer kannst du nichts, für dein Eigenes sehr wohl. Was wirst du also anders tun und wie?

Ändere dein Verhalten nur in dieser einen Sache. Kontrolliere deine Gedanken, sie werden immer wieder zurückwandern zu den alten Gewohnheiten. Kehre immer wieder zurück zu deiner Absicht. Fokussiere dich nur auf diese eine Sache. Und beobachte.

Um fokussiert zu bleiben, ist es hilfreich, sich in der ersten Zeit ein kleines Fokus-Journal anzulegen. Morgens, noch bevor der Tag losgeht, schreibst du kurz deine Gedanken auf zu dem Satz:

Das nehme ich mir für heute vor:

Wichtig ist, dir zunächst nur eine Sache vorzunehmen. Deinen Fokus für den heutigen Tag.

Und abends, bevor du deine Augen schließt, notiertst du dir kurz deine Gedanken zu folgendem Satz:

Das habe ich heute wirklich gut gemacht:

Hier darfst du so viel schreiben, wie dir einfällt.

Ich schreibe dieses kleine Fokus-Journal noch heute, denn es hilft mir, tagsüber mich auf meinen persönlichen Fokus zu konzentrieren. Abends dann, wenn ich meine „wirklich gut gemacht“ Notizen aufschreibe, habe ich nicht selten ein Lächeln im Gesicht.

Probier es gerne für dich aus.

Mit dieser kleinen Übung unterstützt duch dich selbst dabei, diszipliniert an deinem Vorhaben dranzubleiben.

Sei mutig. Sei großartig. Sei du selbst.

Tagged with:

Wie denkst du zu dem Thema? Schreibe mir gern deine Meinung :-)

%d Bloggern gefällt das: