Running Flow

Es ist kalt draußen, eiskalt! Der Spätherbst tobt sich mit Schneeregen und eisigen Winden aus. Wo man auch hinschaut ist es düster und menschenleer. Keiner traut sich bei diesen eisigen 1,5 Grad nach draußen. Keiner, außer mir.

Ich weiß nicht, was mich diese Woche geritten hatte, bei solch einem Wetter draußen Laufen zu gehen. Aber es fühlte sich gut an, verdammt gut!

Angefangen hatte es mit einem Hauch von Ahnung, dass dieser Tag ein guter Lauftag sein würde. Wie ich darauf komme? – Keine Ahnung, war nur so ein Gefühl. Aber dieses Gefühl, diese Vorahnung war genau richtig, denn ich lief mit einer Leichtigkeit und Power, wie schon lange nicht mehr. Der Regen, der Schnee, der eisige Wind, schienen mir irgendwie nichts auszumachen, als ich während der ersten Kilometer merkte, dass mein Körper heute nach Bewegung durstete. Ein unglaubliches Gefühl der Freude überkam mich, als ich erst den ersten, dann den zweiten und auch den dritten Berg ohne große Schwierigkeiten bezwang. Auf dem Weg schon nach Hause  laufend erlebte ich es dann. Dieses körperliche Hochgefühl, das einen jegliche Erschöpfung vergessen lässt. Das Gefühl völlig in der Bewegung aufzugehen, welches das Zeit-Raum-Empfinden außen vor lässt und die ganze Aufmerksamkeit auf das Hier und jetzt lenkt. 

Dieses völlige Aufgehen im Moment, wo man sich voll und ganz einer Sache widmet, wo alles Andere zweitrangig erscheint und man höchste Konzentration und Aktivität erlebt, kennt man seit seinem Namensgeber Mihaly Csikszentmihalyi auch Flow. Es einmal erlebt zu haben, dieses „Flow“-Gefühl macht einen richtig happy. Und auch wenn man es nicht jeden Tag erlebt, so kann man immer wieder in sich hineinhorchen und prüfen, ob man das, was man gerade macht, aus Überzeugung macht. 

Was nützt es denn, sich jedes Mal aufs Neue zum Laufen zu zwingen, wenn man es eigentlich nicht mag. Aber alle gehen „joggen“, und es soll die effektivste Art sein, schnell abzunehmen. Na und? – Ich hab euch mein Erlebnis von meinem ganz persönlichen Flow nur deshalb erzählt, damit ihr versteht, was ich meine, wenn ich schreibe „in sich hineinhorchen“. Genauso gut kenne ich Menschen, die dieses Gefühl beim Putzen, Musik Spielen oder Autofahren erleben. Egal was es ist. Aber es GIBT diese Art, in seiner Tätigkeit aufzugehen. Wenn ihr euch nun auf die Reise macht, wieder bewusster in euch hineinzuhorchen, dann werdet ihr mit der Zeit etwas ganz interessantes erleben: je mehr man in sich hineinhorcht und im Einklang mit sich selbst handelt, desto zufriedener, selbstbewusster und letztlich glücklicher wird man.

In meinem letzten Blog hatte ich euch eine kleine Übung angeboten, bei jeder Entscheidung in euch hineinzuhorchen und versuchen nachzuspüren, ob man im Einklang mit sich selbst gehandelt hat oder nicht. Am Wochenende, wenn ihr frei habt und euch euren bevorzugten Beschäftigungen widmen könnt, könnt ihr ja beobachten, was mit euch passiert, wenn ihr so richtig Spaß an einer Tätigkeit habt, sie euch fesselt und begeistert.

Gern könnt ihr in den Kommentarfeldern eure Gedanken hierzu aufschreiben. 

In diesem Sinne wünsche ich euch ein fantastisches Wochenende!

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