Prio Nr. 1

Jahrelang habe ich es versucht. Ich habe versucht mein Leben zu planen und zwar so, wie die Planungsprofis es vorgaben. Schritt-für-Schritt übernahm ich die Anleitungen, die das Ende des Chaos garantieren sollten. Doch irgendwie fühlte ich mich immer wie in eine Zwangsjacke gesteckt, denn keine Methode schien mir so richtig zu passen. Mit den bescheidenen Erfolgen wollte ich mich jedoch nicht zufrieden geben, wurde mein Alltag doch mit den Jahren immer komplexer. Und je mehr ich las, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich meinen eigenen „Plan“ erstellen musste. Keiner hatte den gleichen Alltag wie ich UND die gleichen Stärken UND die gleichen Interessen. Dementsprechend konnte keine Methode all diese drei Bereiche abdecken. Was hab ich also gemacht? – Ich experimentierte. 

Die Suche nach der eigenen Prio

Von jeder der ausprobierten Methoden hielt ich die Dinge für mich fest, die mir wichtig schienen, schrieb mir diese auf, malte, skizzierte, erstellte Folien und verwarf alles wieder nur um gleich wieder von Vorne zu beginnen. So ging das ne ganze Weile und ich war schon nah dran, meinen ganz persönlichen Fall aufzugeben, als mir ein interessantes Buch in die Hände fiel. Es handelte von einer grundsätzlich anderen Herangehensweise, einer, die an unseren Werten und Motiven orientiert ist. Eine Methode, die zwar nicht strickt nach Plan, dafür aber strickt nach den eigenen  Prioritäten geht. Ich probierte diese Methode aus, und siehe da, zum ersten Mal wurde ich fündig. Ich spürte, dass mir dieser Ansatz wie angegossen passte, also übertrug ich den Gedanken und die Idee der Methode auf meinen Alltag.

Kein schlechtes Gewissen mehr

Seitdem ich meinen Alltag nach dieser Methode ausrichte, habe ich kaum je mehr das Gefühl verspürt, dass ich hätte eigentlich etwas anderes machen sollen. Natürlich gibt es nach wie vor unendliche Dinge, die geplant und organisiert werden müssen, diese Dinge überlasse ich jetzt aber lieber meinen elektronischen Gehilfen. Für die wirklich wichtigen, bedeutsamen Dinge verwende ich aber nur noch mein Universalbüchlein. Dort kommt dann alles hinein, was für mich von oberster Bedeutung ist. Aber zunächst einmal zu meinem grundsätzlichen Vorgehen, wie ich meine Wochen so plane.

Das „Prio-Nr.1-Büchlein“

Für mich hat sich ein Planungsbüchlein bewährt, dass mir keinen strickten (Wochen-)Plan vorgibt, wohl aber ein Gerüst, welches Platz zum Strukturieren lässt. Empfehlenswert finde ich das von KLARHEIT, da es viel Raum für die eigene Kreativität lässt. In dieses Büchlein kommen nun all eure Prio-Nr.1-Sachen rein. Vielleicht habt ihr meinen Blog zu „Der innere Spiegel “ gelesen, wo ich eine Übung angeboten habe, um all diese Prios Nr. 1 aufzuschreiben. Vielleicht fragt ihr euch, was das für eine Logik ist, denn es gibt nur EINE PRIO NR.1. Für mich gillt dies so nicht, denn ich habe mehrere Dinge, die höchste Prio für mich haben. Dies ist mitunter auch ein Grund gewesen, weshalb ich mit den klassischen Organisationstools unzufrieden war. Jedenfalls fahre ich mit meiner Vorgehensweise gut, indem ich grundsätzlich zwei Dinge beachte:

  1. Alle Prio Nr.1 werden zuerst in das Planungsbüchlein eingetragen, und zwar als fester Termin mit einer konkreten Anfangs- und Endzeit. Hierzu zählen die wichtigsten privaten Angelegenheiten, als auch die wichtigsten beruflichen.
  2. Alles Andere, das erledigt werden muss/kann/sollte, notiere und terminiere ich in meine elektronischen Gehilfen, so dass sie nicht in meinem Kopf herumschwirren.

Das wars. Mehr brauche ich nicht, um mich und meine Umwelt zu organisieren. Auf diese Weise habe ich meine für diese Woche,  für diesen Tag wichtigsten Prioritäten klar vor Augen. 

Es gibt Tage, da passen nur 1-2 Prios in mein Planungsbüchlein, aber das ist nicht weiter tragisch, denn die Woche hat ja zum Glück sieben Tage und nicht nur einen. Wichtig aber ist, dass ihr euch darüber im Klaren seid, was für euch das Wichtigste ist, und dann haltet euch daran. Auch wenn die Arbeit euch am liebsten 24h am Tag hätte, macht ihr rechtzeitig euren Rechner aus und fahrt zur Aufführung eurer Kinder. Und wenn der Chef meckert, obwohl ihr es zeitig angekündigt habt, dann erinnert ihn freundlich an seine Zustimmung von letzter Woche.

Vielleicht ist die Methode ja auch was für euch. Schreibt mir gern, wenn ihr Fragen hierzu habt. 

Ich wünsche euch einen erfolgreichen Wochenstart! Was sind eure Prio Nr.1 diese Woche?

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