Mut, zu dir selbst zu stehen

Wie der Frosch in der Milchkanne strampelte ich ziemlich lange in der eigenen Brühe bis ich endlich zu der Erkenntnis kam, dass es Nonsens ist, sich auf diese Weise selbst zu verleugnen. Ich verband mir also die Augen, stopfte mir Stöpsel in die Ohren und kaufte mir ne Packung Nüsse, um auch den Mund zu beschäftigen. Und dann legte ich los.

Im Rampenlicht

Es gibt Persönlichkeiten, die lieben es, im Rampenlicht zu stehen. Bei jeder Gelegenheit stellen sie sich zur Schau, plustern ihr Gefieder auf und krähen was das Zeug hält: „Schaut alle her, wie toll ich doch bin!“

Das bin ich aber nicht.

Doch ich glaubte lange, dass ich es sein müsste, wenn ich an die Öffentlichkeit gehe und mich zeige. Nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“ gewinnt derjenige, der die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht und am schillerndsten funkelt. Kein Wunder, dass ich mir ziemlich nackig vorkam, als ich begann, mein Projekt öffentlich zur Schau zu stellen.

Es heißt ja, dass du so vielen Leuten wie nur möglich von dir erzählen sollst, was du vorhast und wo man dich ab jetzt im WWW findet. Ganz ehrlich? Ich wollte nicht, dass mich JEDER im Internet findet. Schließlich erzähle ich hier Sachen, die nicht jeder wissen muss, zumindest nicht in meiner unmittelbaren Nachbarschaft.

Es fühlte sich verdammt komisch an.

Die ersten Berichte darüber, wie es mir so ergeht und was wir großartiges vorhaben. Das Gefühl, sich jetzt innerlich verpflichten zu müssen, regelmäßig viel Content zu produzieren. Der Gedanke, dass von nun an wirkliche Professionalität angesagt sei.

Wie mit einem Stock im Hintern lief ich herum und zermalmte mir das Hirn, es jetzt endlich ernsthaft anzugehen, das Ganze.

Ich wollte also nicht, dass ALLE Leute über mein Projekt erfahren und gleichzeitig wollte ich bekannter werden und eine größere Reichweite haben.

Was für eine paradoxe Vorstellung!

Der Weg der Erkenntnis…

Irgendwann wurde mir dies bewusst, dass ich mich selbst belüge und versuche, jemand anders zu sein. Ich, die großartige Personalentwicklerin, Meisterin der Selbstverleugnung!

Es fühlte sich an, wie ein Schlag ins Gesicht, als mir das bewusst wurde.

Ich zog mich also zurück aus dem vermeintlichen „Rampenlicht“, überlegte lange, was ich stattdessen bin und wie ich gern sein möchte. Um auch wirklich sicherzugehen, dass ich alle äußeren Einflüsse abschotte, ging ich wie im eingangs beschriebenen Beispiel vor:

Ich verband mir symbolisch die Augen, um keine Einflüsse von außen mehr wahrzunehmen, stopfte mir die Ohren, indem ich nur noch Meditations-Klänge während meiner produktiven Phasen hörte (dadurch konnte ich wunderbar auch meinen eigenen inneren Kritiker ausblenden) und beschäftigte tatsächlich auch den stets aktiven verbalen Teil, um sämtliche Energie auf eine einzige Sache zu fokussieren:

WER WILL ICH SEIN?

Ich machte mir einen groben Entwurf und setzte die ersten Schritte sofort um.

Wohl wissend, dass ich nicht allwissend bin und mir Einiges unterwegs aufschnappen müsste, fing ich an, mich ganz und gar des Tatendrangs zu verschreiben und die Dinge endlich so anzupacken, wie ich es will.

Kein nach links oder rechts Schauen, keine Zweifel und erst Recht keine Einwände, was Nachbarin X wohl von mir halten würde, wenn sie das erfährt.

Dafür aber jede Menge Freigeist, Neugier und Mut.

Und siehe da, es klappte!

Plötzlich war er wieder da, der kindliche Spieldrang, die Leichtigkeit im Tun und das Strahlen in den Augen. Die Freude an der Herausforderung und das Selbstvertrauen, es meistern zu können. Magische Momente tauchten auf, die jeglichen Zweifel verdrängten. Ich spürte, dass ich wahrhaftig bei mir selbst war.

Wie im Schneeballsystem zog ich plötzlich Menschen an, die wiederum andere Menschen kannten, die an mir und meinem Projekt Interesse hatten.

Eigentlich ganz einfach.

Und doch so schwer.

…führt letztlich zu dir selbst

Wenn es für mich schon so schwer war, sich den eigenen Ängsten, Zweifeln und inneren Blockaden zustellen, obwohl ich Persönlichkeitsentwicklerin bin, wie schwer muss es dann für zahlreiche Mütter sein?!

Äußere Veränderungen gehen Hand in Hand mit inneren, persönlichen Veränderungen.

Wenn ich eins am stärksten sowohl bei mir als auch bei meinen wunderbaren Coachees wahrgenommen habe, dann waren es die eigenen inneren Blockaden, die uns von unserem größten Potenzial zurück gehalten haben.

Wie willst du dich zu deiner kognitiven, geistigen und physischen Bestform bringen, wenn du bereits im Vorfeld jegliche Argumente im Keim erstickst?

Unsere Kinder sind uns hier wunderbare Vorbilder, von denen wir jede Menge lernen können insbesondere wenn es darum geht, den Mut zu haben, sich selbst zu vertrauen:

Mein Kleiner liebt es mit Holzresten zu Spielen. Eines Tages erzählte er mir, dass er mit den Hölzern im Garten ein Baumhaus bauen will. Wohl wissend, dass die Hölzer niemals reichen würden für ein echtes Baumhaus, ließ ich ihn dennoch nach Lust und Laune herumhantieren und ermunterte ihn, dass er es ganz bestimmt schaffen wird. Irgendwann später kam mein Kleiner zurück, er war damals 7 Jahre alt, und rief aufgeregt: „Mama, komm mit, das musst du dir ansehen!“ – Also ging ich  mit ihm in den Garten. Was ich da zu sehen bekam, überstieg meine Vorstellungskraft. Mit Hilfe von Stühlen, Decken und Eimern hatte mein Kleiner sich tatsächlich aus seinen Hölzern eine Art Baumhaus gebaut, in das er wunderbar hineinklettern und darin spielen konnte. Was für ein Meisterwerk!

Ich hatte ja keine Ahnung, was solch ein kleines Kind mit ein bisschen Aufmunterung und Tatendrang erschaffen kann. Aber an diesem Tag lernte ich demütig, was Selbstvertrauen wirklich bedeutet.

Die innere Kraft wieder neu entdecken

Früher oder später wird jeder von uns diesen Prozess der Selbsterkenntnis durchlaufen, zumindest diejenigen von uns, die wirklich wachsen wollen. Es ist nämlich ein großer Unterschied zu sagen „Ich weiß, warum ich nicht vorankomme.“ und der Aussage „Ich suche nach Möglichkeiten, wie ich vorankomme.“

Das hat auch etwas mit Selbstvertrauen zu tun.

Im obigen Beispiel ging es um Selbstvertrauen. Jemand, der Selbstvertrauen hat, vertraut auf seine Stärken und hat den Mut danach zu handeln. Auch wenn die Umstände schwierig oder unsicher sind, liegt der Fokus auf der Einstellung „Ich vertraue darauf, dass es gut gehen wird.“

Zu Beginn des Beitrags hatte ich die Person im Rampenlicht beschrieben, die es liebt, sich zu präsentieren und Menschen von sich zu überzeugen. Hier spielt der Begriff Selbstbewusstsein eine große Rolle und meint, sich seiner Stärken (und Schwächen) bewusst zu sein.

Zwischen Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen liegt jedoch ein kleiner, aber feiner Unterschied. Vielleicht kennst du solche überaus selbstbewussten Persönlichkeiten, die einen fast schon einschüchtern mit ihrer überdimensionalen Strahlkraft. Interessanter Weise haben noch lange nicht alle von ihnen auch tatsächlich das Selbstvertrauen in sich und verstecken es oftmals hinter dieser selbstbewussten „Maske“.

Es gibt jedoch einen Weg hin zu mehr Selbstvertrauen.

Der Weg der Selbsterkenntnis

Dieser Weg zu mehr Selbstvertrauen führt über sich selbst.

Indem ich mich entscheide, aktiv etwas zu tun, erfahre ich am eigenen Leib, wie ich etwas selbst bestimmen und nach meinem Wunsch bewirken kann. Dies nennt man Selbstwirksamkeit.

In den ersten Lebensjahren leben Kinder ganz nach ihrem inneren Instinkt und lernen durch die Erfahrung der Selbstwirksamkeit. Je mehr und je öfter sie diese Selbstwirksamkeit erfahren dürfen, desto stärker wird ihr Selbstvertrauen und letztlich auch ihr Selbstbewusstsein.

Leider verlernen wir das in der Schulzeit wieder, weil das freie, selbstbestimmte Handeln abtrainiert wird. Ebenso, weil manche Lehrkräfte uns falsche Bilder über uns in den Kopf pflanzen oder weil wir uns irgendwann nicht mehr durch das Tun definieren, sondern durch die Noten, die wir bekommen.

Aber wir können uns wieder daran erinnern.

Es ist ein Urinstinkt, der über Jahrmillionen von Generation zu Generation weitergegeben wurde und immer noch eines der stärksten Triebkräfte des Menschen ist: der innere Wunsch nach Selbstwirksamkeit und Wachstum.

Ich tue, also bin ich

Über sich und die Welt nachzudenken ist ein wichtiger Baustein, weshalb ich Decartes Recht geben muss mit seinem Spruch: „Ich denke, also bin ich.“

Letztlich kannst du dich selbst aber nur dadurch wahrhaftig erfahren, wenn du ins Tun kommst.

Ich tue, also bin ich.

Richte deinen Fokus ganz auf das Handeln und tue es einfach, auch wenn du innerlich Angst und Hemmungen verspürst. Wachse über deine eigenen Grenzen hinaus und vertraue darauf, dass du „wirksam“ sein kannst.

Nicht von heut auf Morgen wirst du dich ändern.

Aber mit jedem beharrlichen Trainieren von kleinen Schritten gewinnst du mehr an persönlicher Umsetzungs-Stärke.

Und je öfters du Dinge umsetzt, desto mehr wirst du dir deiner Wirksamkeit bewusst und umso mehr findest du zu dir selbst.

Ich wünsche mir für jede von uns arbeitenden Müttern, diese Kraft und das Vertrauen, unseren Lebens- und Arbeitsweg selbstbestimmt und mutig gestalten zu können. Dafür setze ich mich jeden Tag ein.

Dankbar bin ich für die Erfahrungen der letzten Wochen, in denen ich wunderbare, ambitionierte Mütter bei ihren individuellen Projekten begleiten durfte.

Ab März plane ich eine weitere Challenge, in der ich 20 arbeitenden Müttern kostenfreie Strategie-Sessions anbieten werde, um ihnen direkt wichtige Impulse zum Umsetzen ihrer Ziele und Wünsche zu geben. Im nächsten Blog-Beitrag werde ich einen Link zum Sichern eines Platzes für dich bereit halten, so dass du eine der ersten sein kannst, die davon profitieren kann. Kennst du vielleicht Mütter, die davon profitieren könnten? – Dann leite Ihnen unbedingt diesen Beitrag weiter.

Was hast du großartiges vor? Schreib mir dein großartiges Projekt in den Kommentar (gern mit Link). Ich freue mich. 🙂

Sei mutig. Werde großartig und bleib einfach du selbst.

Deine
Ewa

2 thoughts on “Mut, zu dir selbst zu stehen”

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