Drum prüfe deine Gewohnheiten, bevor du dich an sie bindest.

Du hast dich also entschieden, etwas in deinem Leben zu verändern.

Wundervoll!

Wie kommst du jetzt ins Handeln?

Nehmen wir als Beispiel an, du möchtest gern ein paar Pfund durchs Laufen abnehmen, hast dein Warum geklärt und dich entschieden, sofort loszulegen.

Überlege dir nun, zu welcher Tageszeit es geschickt wäre, deine sportliche Einheit zu verankern. Bist du ein Morgenmensch? – Dann wäre früh morgens nach dem Aufstehen eine gute Zeit. Wenn du allerdings ein Morgenmuffel bist, dann wäre der späte Nachmittag oder, wenn möglich, die Mittagszeit, passend für dich.

Hast du dies für dich geklärt, prüfe, welche Gewohnheiten du zu dieser Tageszeit fest in deinem Alltag verankert hast. Zähne putzen, Duschen, Essen, mit dem Hund Gassi gehen. Was auch immer.

Sich eine feste Tageszeit für dein Vorhaben auszusuchen kann ich dir aus meinen Erfahrungen nicht empfehlen. Also zum Beispiel jeden Tag um 15:00 oder 18:00 Uhr.

Du fragst dich warum?

Eine feste Zeit ist der falsche Anker.

Zumindest war er das für mich. Ich versuchte eine zeitlang immer zur gleichen Uhrzeit laufen zu gehen. Doch irgendwie schien es nicht zu funktionieren. Plötzlich hatte mein Sohn sich mit Freunden verabredet und ich musste ihn hinfahren. Eine Freundin kam spontan auf einen Kaffee vorbei und der Zeitpunkt war dann futsch. Ich musste beim Lernen für Klassenarbeiten helfen. Schon wieder Pech gehabt. Die Disziplin, mich danach noch einmal aufzuraffen war weg. Sie war weg, weil mein Kopf auf die feste Uhrzeit programmiert war.

So funktionierte das nicht. Ich musste einen anderen Anker suchen. Diesen fand ich bei meinen Gewohnheiten. Dadurch, dass ich meine festen Gewohnheiten bereits regelmäßig und ohne großen Aufwand hatte, konnte ich die neue Gewohnheit daran koppeln. Wie ein Anhänger von einem Wagen gezogen wird, zog die routinierte Gewohnheit meine Neue mit.

Und siehe da, es klappte!

Aus diesem Grund habe ich dir vorgeschlagen zu deiner aktiven Tageszeit nach bereits festen Gewohnheiten zu suchen.

Finde also eine Gewohnheit, die

a) entweder eine geliebte Gewohnheit ist, die du mit ganzer Hingabe jeden Tag machst, oder
b) eine Pflicht-Gewohnheit ist, über die du nicht nachdenkst, weil sie jeden Tag gemacht werden muss.
c) Dritte Alternative ist etwas schwieriger zu finden: zwei Gewohnheiten, die unmittelbar auf einander folgen, und das täglich.

Jetzt überlege, wie du deine neue Gewohnheit, in unserem Beispiel „das Laufen“, mit einer der drei Möglichkeiten koppeln kannst. Du könntest zum Beispiel jeden Morgen vor dem Wecken der Kinder Laufen gehen. Das Wecken der Kinder ist Pflicht und du bist ein Morgenmensch, weshalb Alternative b) für dich passen könnte.

Oder du machst den Kids erst mal Mittagessen, und wenn sie danach zu den Hausaufgaben übergehen, könntest du deine Runde an der frischen Luft drehen. Erst danach isst du selbst zum Mittag und genießt deinen geliebten Mittagskaffee. Dies könnte Alternative c) sein, weil du die neue Gewohnheit zwischen zwei schon bestehende verankerst.

Durch das Verankern der neuen Gewohnheit an bereits bestehende Gewohnheiten, kannst du viel schneller einen Gewöhnungseffekt erzielen. Ich habe mir zum Beispiel mit Hilfe von Alternative b) angewöhnt, morgens nach dem Aufstehen Yoga-Übungen zum Wachwerden zu machen. Meine bereits bestehende Pflicht-Gewohnheit ist mein Wasserglas, das ich zuerst leertrinke, bevor ich aus dem Bett aufstehe.

Noch ein Vorteil ist, dass du relativ leicht wieder zu deinem Vorhaben zurückkommen kannst, wenn du es ein paar Tage hast schleifen lassen. – Du hast bereits fest verankerte Gewohnheiten, die dich hartnäckig an die Neue erinnern werden. Und das jeden Tag 😉

Dies ist der erste Teil, der besagt: Mach es dir so leicht wie möglich.

Der zweite Teil ist etwas kniffliger.

Hier musst du dir selbst auf die Schliche kommen: Überlege, was dir erschweren würde, es NICHT zu tun.

Wenn du zum Beispiel ein sehr pflichtbewusster Mensch bist, könntest du dir die Sportsachen deutlich sichtbar an einem Platz hinlegen, wo du dich die meiste Zeit am Tag aufhälst. In der Küche auf der Arbeitsplatte? – Kein Problem.

Oder du bist ein sehr auf Ordnung und Sauberkeit bedachter Mensch: leg die Sachen mitten auf den Boden, wo du regelrecht über sie stolpern musst.

Jetzt bist du dran!

Auf diese Weise hast du zusätzlichen Aufwand oder zusätzlichen Ärger, wenn du deine Gewohnheit nicht durchführst. Glaub mir, du wirst die ganze Zeit herumrennen und dich ärgern, dass du nicht Laufen gehst. Solange, bis du es machst 😉

Der zweite Teil heißt somit: Mach es dir so schwer wie nötig (es nicht durchzuziehen)!

Probiert diese Strategie gern aus und schreibt mir, ob es bei euch wirkt.

Viel Erfolg!

 

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