Wie du deine Stärken für dich arbeiten lässt.

Ich habe geglaubt, wenn ich erst das Studium in der Tasche habe, dann hab ich es drauf. Dann kann ich das werden, was ich will. Pustekuchen. Das Studium war lediglich die Eintrittskarte. Was ich tatsächlich brauchte, um dieser Berufung gerecht werden zu können, hab ich erst viel später erfahren.

Von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen

Ich weiß nicht, wie das in eurem Berufszweig ist, aber bei mir ging es zu Beginn des Erwerbslebens zunächst nur um das Erlernen von Fähigkeiten. Stück für Stück erarbeitete ich mir die notwendige Routine, um meinen Job gut machen zu können. Dazu zählen sowohl organisatorische Fähigkeiten wie der Umgang mit den Office-Tools als auch planerische Fähigkeiten, um Strukturen und Prozesse sinnvoll aufbauen zu können. Als Arbeitnehmer versuchst du den Anforderungen bestmöglich gerecht zu werden und passt dich in der Firma an. Du passt dich an, machst auch Aufgaben, die dir nicht so gut liegen und manchmal, wenn du Pech hast, wird dir ein Aufgabengebiet zugewiesen, der dir absolut keinen Spaß macht. Im schlimmsten Fall demotiviert dich die Aufgabe so sehr, dass du anfängst geistig abzuschalten.

Diese Aufgaben- und Zuständigkeitsverteilung geht von der unternehmerischen Perspektive aus. Eine Firma geht davon aus, dass wenn du dich auf eine Stelle bewirbst, dann willst du auch diese Aufgaben übernehmen. Dann bringst du auch gewisse Fertigkeiten mit, die zur Erfüllung der Aufgabe benötigt werden.

Was bei diesem Vorgehen ein Stück weit auf der Strecke bleibt, sind die wirklichen Potentiale, die in dir stecken. Deine ganz individuellen Stärken. Im Personaler-Fachjargon sprechen wir auch von Kompetenzen.
Üblicherweise werden dir Aufgaben „zugewiesen.“ Ob dir diese Aufgabe  liegt, motivierend ist und für dich einen Sinn ergibt, ist zunächst zweitrangig. Die Hierarchien geben auch oft nicht her, dass du dich in anderen oder verantwortungsvolleren Aufgaben ausprobierst. Dafür ist ein Wechsel in andere oder höherrangige „Positionen“ notwendig.

Im Vergleich dazu ein auf Stärken basierender Ansatz

Vorneweg vielleicht ein kleiner Hinweis: es gibt sie tatsächlich. Es gibt Firmen, die flexibel genug sind, um auf deinen Stärken aufbauen zu können.

Wie könnte ein Ansatz aussehen, der auf deinen Stärken aufbaut?

In dem Moment, wo eine Firma sich entscheidet, Aufgaben Stärke-orientiert zu verteilen, gibt sie die Macht an die eigenen Mitarbeiter ab. Entscheidungen, die getroffen werden müssen, Prozesse und Strukturen, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen, Informationswege und persönliche Abstimmungen, all diese Bausteine werden abgetreten an die Mitarbeiter. Diese widerum stehen in keinem hierarchischen Verhältnis mehr zueinander. Es gibt nicht eine Bezugsperson, die alles entscheidet. Je nach Projekt gibt es Verantwortliche, die in Abstimmung mit den Anderen die Dinge vorantreiben. Dies ist auch logisch, denn jedes Projekt erfordert andere Kompetenzen. Und genau hier kommen deine ganz persönlichen Stärken ins Spiel.

Vorausgesetzt, dass du deine Stärken kennst, kannst du dich für die Aufgaben entscheiden, die deinem Stärkenprofil entsprechen. Du übernimmst die Verantwortung für dein Aufgabengebiet und schaust, dass sowohl Informations- als auch Aufgabenfluss im Team reibungslos funktionieren. Hier liegt auch der entscheidende Vorteil: wenn jeder sich für sein Spezialgebiet innerlich verpflichtet und die Verantwortung übernimmt, dann profitiert die Firma von vielen „Mitdenkenden“. Strukturen und Prozesse können flexibler und schneller verbessert werden und das Unternehmen bleibt agil. Die Gefahr, mit der Zeit ein bürokratischer Koloss zu werden wird verringert.

Um diese Möglichkeiten schaffen zu können, benötigt eine Firma auch die richtigen Mitarbeiter.

Hier kommst du ins Spiel.

Deine berufliche und Lebensorientierung basiert auf einem Denken in Möglichkeiten. Du hast für dich festgestellt, dass du eigenverantwortlich handeln und unabhängig und selbstbestimmt leben möchtest. Genau solche Menschen wie du werden zukünftig die Arbeitswelt auf die oben beschriebene Art verändern. Genau du hast das Potential die notwendigen Veränderungen zu bewirken. Dabei ist es irrelevant, ob du dies als Angestellte oder als Selbstständige machen wirst.

Wichtig ist nur, dass du dir deiner eigenen Stärken bewusst wirst.

Was ist eine Stärke?

Definitionen zum Begriff gibt es im Netz unzählige. Ich möchte dir meine Eigene nicht vorenthalten. Bin gespannt, was du davon hälst:

In dem Moment, wo du im Einklang mit dir selbst und aus innerer Überzeugung handelst, mit deinem Gegenüber sprichst oder dich für etwas entscheidest, bist du eins mit deinen Stärken. Du spürst keinen inneren Widerstand, sondern viel mehr einen Antrieb. Es fällt dir leicht, dies zu tun und du empfindest Freude dabei. Und wenn du im Nachgang diesen Moment revue passieren lässt, dann lächelst du innerlich, denn das ist genau dein Ding.

Ich erinnere mich noch an ein Schlüsselerlebnis, bei dem ich eine meiner größten Stärken entdeckte. Als mein Chef damals ein Kunden-Coachinggespräch nicht wahrnehmen konnte, bat er mich dies für ihn zu übernehmen. Normalerweise hätte der Umstand, einen gestandenen Abteilungsleiter zu beraten, mir mächtig Angst und Respekt einflößen müssen. Das Gegenteil war aber der Fall: ich war freudig aufgeregt. Und als der Kunde dann vor mir saß, sprudelte es nur so aus mir heraus. Keine Zweifel, kein Zögern oder Nachdenken. Ich war präsent und höchst konzentriert, fast schon so, als hätte ich mein lebenlang nichts anderes getan.

Den eigenen Stärken auf die Spur zu kommen ist nicht immer einfach. Deshalb habe ich dir ein paar hilfreiche Fragen und Infos zusammen gestellt, die dir helfen können, deine Stärken ausfindig zu machen.

Was fällt dir ein zu folgenden Fragen:

  • Was kann ich mit einer unglaublichen Ausdauer und Hartnäckigkeit tun, ohne dass mir langweilig wird oder ich die Lust daran verliere?
  • Welche Themen beinhalten meine Bücher zu Hause? Wovon kann ich nicht genug wissen, will immer mehr lernen/erfahren?
  • Über was für Themen philosophiere ich sm liebsten?
  • In welchen Situationen habe ich mich stark und gut gefühlt? Woran lag das?
  • Welche Personen bewundere ich insgeheim? Welche Eigenschaften haben diese Menschen, die mich faszinieren?

Auf folgenden Seiten kannst du ein paar Fragebögen zur Persönlichkeitsanalyse durchführen:

  1. Als lustiger Einstieg mit viel Ambition: Visual DNA
  2. Kostenlos durchführbare Persönlichkeitsanalysen auf dem Portal der Uni Zürich: Charakterstärken
  3. Ein Buch von Tom Rath mit enthaltener Stärkenanalyse, das ich euch sehr empfehle (ich verdiene an dieser Weiterleitung nix, ist nur als Hilfe für euch zum schnellen Finden gedacht 😉): Entwickle deine Stärken

Vielleicht kennst du noch mehr?

Werde dir deiner Stärken bewusst und richte dein Denken und Handeln danach aus. Du wirst sehen, vieles wird dir leichter fallen, in manchen wirst du außerordentlich werden und in einem wirst du einzigartig sein.

Nutze diese Stärken, und sie werden dich unterstützen, wo immer du sie brauchen wirst.

Finde deine Stärken und du findest deine Berufung.

Im nächsten Blog erfährst du, warum es so wichtig ist, seine Stärken zu kennen.

Sei mutig. Sei großartig. Sei einfach du selbst.

Tagged with:

0 thoughts on “Wie du deine Stärken für dich arbeiten lässt.”

  • Liebe Ewa! Finde den neuen Abschlusssatz ‚Sei mutig…‘ richtig gut – vor allem durch Wiederholung. Sollten wir als Untertitel für unseren Vortrag nehmen, wenn Du einverstanden bist 🙂
    Was meinst du?
    Deine begeisterte Partnerin

    • Danke dir, Lora.
      Ja, das können wir gerne machen. Das ist sogar eine klasse Idee! Bei nächster Gelegenheit werde ich unseren Lesern ein wenig mehr Einblick darüber geben, was wir zurzeit alles aufbauen. 😉

Wie denkst du zu dem Thema? Schreibe mir gern deine Meinung :-)

%d Bloggern gefällt das: