Kann man Vereinbarkeit von Familie und Beruf lernen?

Hast du jemals heimlich deinem Kind beim Spielen zugeschaut? Völlig in sich versunken und komplett in der eigenen Welt beschäftigt sich das Würmchen mit seiner selbst gewählten Tätigkeit. Für uns sieht das wie ganz normales Spielen aus, doch für das Kind ist es viel mehr als das.

Laura von heuteistmusik.de ruft zu einer interessanten Blog-Parade zum Thema Vereinbarkeit auf. Da sich unser Blog auch mit den Themen der Vereinbarkeit vielfältiger Anforderungen beschäftigt, fokussiert sich der heutige Beitrag auf die Möglichkeit, Vereinbarkeit tatsächlich zu leben.

Viele Eltern da draußen, vor allem aber viele Frauen, sind nach ihrer Baby-Pause desilusioniert, wenn nicht sogar enttäuscht und wütend über die Tatsache, dass die Sache mit der Vereinbarkeit von Kind und Job nicht so klappt, wie sie es sich gedacht haben. Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab, die Einfluss nehmen auf das Gelingen oder Scheitern eines Vereinbarkeitsversuchs.

Schauen wir uns doch mal an, welche Faktoren sich aus der Außenperspektive positiv auswirken:

  • Die Möglichkeit, die Last der Verantwortung und familiären Pflichten zu Hause mit Jemandem teilen zu können.
    (Das kann der Partner sein, die Oma, eine gute Freundin, eine Nachbarin oder wer auch immer regelmäßig und konstant aushelfen kann)
  • Arbeitszeiten, welche zeitlich verkürzt sind und nicht die Wochenenden einschließen oder eine gewisse Abrufbereitschaft verlangen.
  • Ein Betriebsklima, welches familiäre Rechte und Pflichten gewährt, welche auch von Arbeitskollegen/-innen und der Führungsebene unterstützt werden.

Diese Faktoren können als die Umfeldfaktoren zusammengefasst werden, die einen wichtigen Einfluss darauf nehmen, wie gut eine Vereinbarkeit tatsächlich gelebt werden kann.

Es sind aber nicht nur die Umfeldfaktoren, welche darüber entscheiden, wie gut es eine Mutter schafft, Kind und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Viele Mütter fixieren sich ausschließlich auf die Umfeldfaktoren und vergessen dabei einen entscheidenen Faktor. Nämlich der eigene, innere Faktor. Dieser hat aber zwei wichtige Bereiche:

a) Der Wille

Es ist eine Sache, sich etwas zu wünschen, aber eine ganz andere, alles dafür zu tun, um es auch tatsächlich am Ende zu bekommen. Wenn du immer nur darauf hoffst, dass dein Arbeitgeber dir entgegen kommt, dir diese und jene Annehmlichkeiten anbietet, dann wirst du früher oder später enttäuscht sein. Ob du etwas bekommst oder nicht, hängt nämlich nicht nur vom Goodwill deines Arbeitgebers ab, sondern auch von deinem Willen, einen Weg zu finden, WIE du es erreichen kannst.  Dies kann bedeuten, dass du den Aufwand auf dich nimmst, einen für dich besseren, weil familienfreundlicheren Arbeitgeber zu suchen. Es kann aber auch bedeuten, dass du deine Arbeitstunden neu verhandeln musst, um flexibler auf die Anforderungen von zu Hause reagieren zu können.

Die innere Einstellung, etwas schaffen oder erreichen zu wollen, mobilisiert im Körper  Mechanismen zur eigenen Stressbewältigung. Wenn du das Gefühl hast, Einfluss auf die Dinge nehmen zu können, haben negative Stressoren nicht so viel Macht wie wenn du dich als Pingpong-Ball der Gesellschaft sehen würdest. Das Leben steckt voller Herausforderungen und Problemen, aber es hängt von DIR ab, wie du auf diese reagierst. Und dies kannst du jedes Mal aufs Neue entscheiden. Je öfter du diese Situationen bewusst durchdenkst und dich für eine aktive Reaktion entscheidest, desto besser trainierst du deine Stressbewältigungs-Fähigkeit und kannst die Faktoren beeinflussen, die dir wichtig sind. Wenn dir nämlich nicht klar ist, was für dich wichtig und sinnstiftend ist, dann kannst du auch nicht die notwendige Überzeugung aufbringen, um diese Stellschrauben in deinem Leben zu bewegen. Mit der Zeit kommt auch der zweite innere Faktor hinzu, welcher dich dabei unterstützt, Beruf und Familie erfolgreich zu meistern und dies vor allem gelassener zu meistern.

b) Die Erfahrung

Wir haben nur allzu oft viel zu hohe Erwartungen an uns selbst und wollen direkt beim ersten Mal alles richtig machen. Das ist vergleichbar mit dem Anspruch, dass wir bei unserer allerersten Fahrstunde bereits perfekt Autofahren können müssen. Ziemlich utopisch, nicht wahr? – Aber warum haben wir dann, wenn es um Kindererziehung und Vereinbarkeit geht, solche unrealistischen Erwartungen an uns selbst? Woher sollst du wissen, wie man Kinder erzieht, wenn du noch nie welche hattest? Woher die für dich richtigen Strategien zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie kennen, wenn du noch nicht mal Strategien ausprobieren konntest?

Viel Frust entsteht genau aus diesem Grund.

Die jungen Mütter sind unsicher und beängstigt zugleich darüber, wie sie ihr Leben zukünftig am besten gestalten sollen. Gleichzeitig kommt Druck in Form von gesellschaftlichen Normen und Denkweisen, der diese Unsicherheit noch zusätzlich nährt. Ich kann die vielen jungen Mamas dort draußen nur allzu gut verstehen. Ich habe genau das Gleiche durchlebt.

Es gibt aber eine Sache, die solltest du dir klar machen:

Ein Sportler oder Musiker braucht ungefähr 10.000 Übungsstunden oder umgerechnet etwa 10 Jahre, um ein wirklicher Profi bzw. Experte zu werden. 10 Jahre beharrlicher und konsequenter Arbeit, um genügend Fähigkeiten und Fertigkeiten gelernt zu haben, die ihm bis zur persönlichen Bestleistung verhelfen. Um diese, persönliche Bestleistung abrufen zu können braucht der ambitionierte Sportler oder Musiker Mentoren, Coaches und Trainer, die mit ihrem geübten Blick immer wieder von außen kleinere oder größere Korrekturen, Tipps und Hinweise geben und ihn so Stück für Stück zum Wachstum verhelfen.

Kein Sportler ist jemals Profi geworden ohne einen Trainer zu haben. Nicht einmal Usain Bolt.

Stell dir nun vor, jungen Müttern würde die gleiche Unterstützung von Anfang an gegeben werden? Wie viele Probleme, Anlaufschwierigkeiten und wieviel Frust könnte auf diese Weise vermieden werden? Wieviel Mehrwert könnten wir diesen jungen Familien, deren Arbeitgebern und der Gesellschaft schaffen, wenn es eine Plattform gäbe, die sie von Anfang an dabei unterstützt, ihr Leben aktiv und selbstbestimmt zu gestalten?

Wege, die dir wieder die Kontrolle über dein Leben zurückgeben und wo DU dich wieder als die Gestalterin und Macherin wahrnimmst und nicht etwa die Gesellschaft oder das System. Ähnlich dem eingangs beschriebenen Beispiel des spielenden Kindes, fängst du an, das Leben als arbeitende Mutter für dich zu entdecken. Du lernst spielerisch ohne Perfektionsanspruch und verstehst, dass der Prozess des Lernens und Weiterentwickelns wichtiger ist als das Ergebnis. Nobody is perfect. Also versuch nicht perfekt zu sein, sondern konzentriere dich darauf, was dir wichtig ist und was du lernen möchtest. Auf diese Weise nimmst du auch deinen eigenen Kindern Druck weg und sie können widerum auf „natürliche“ Weise lernen. Zusammen mit dem oben beschriebenen Willen hast du tatsächlich die Möglichkeit, deine ganz persönliche Vereinbarkeit bewusst zu gestalten.

Du denkst, das funktioniert nicht? – Und ob! Ich werde es dir zeigen.

Wie könnte der Weg aus diesem ewigen Dilemma zwischen Beruf und Familie aussehen?

Der wichtigste und erste Schritt ist, zu verstehen, dass du aktiv Einfluss auf deine Umfeldfaktoren nehmen kannst. Wie du deine Denkgewohnheiten ändern und anfangen kannst, aktiv nach Möglichkeiten zu suchen, erfährst du in unserem Blog blog.liwork.de.

Der nächste Schritt, der dir viel Frust und jede Menge „lesson-learned“ ersparen kann, ist, eine Community zu suchen, bei der du Gleichgesinnte findest und von Anderen lernen kannst. Suche nach facebook-Gruppen, Themen-Treffen, Vereinen oder Veranstaltungen und umgib dich mit Menschen, die bereits so leben, wie du es gern würdest oder die ebenso auf dem Weg dorthin sind. Tausch dich mit ihnen aus und lerne von den Anderen. Mach Fehler, ziehe deine Lehren daraus aber gib niemals die Idee von deiner ganz persönlichen Vereinbarkeit auf. Es wird sich lohnen, das verspreche ich dir.

Ich bin davon überzeugt, dass eine wie oben beschriebene, sich gegenseitig unterstützende Plattform eine individuelle gestaltete Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich machen kann. Wenn du Fragen zu der Plattform hast, schreib mir gern. Ich erzähle dir gern mehr davon.

Sei mutig. Sei großartig. Sei einfach du selbst.

Deine Ewa

PS: Nachfolgend findest du noch ein paar Seiten, die dir Mut machen werden, dich aufmuntern und dir zeigen, dass du nicht allein bist mit deinen Problemen:

  • In einem Gastbeitrag aus dem Jahre 2014 erklärten bereits Susanne Garsoffky und Britta Sembach  Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind
    In Ihrem Buch Die Alles-ist-möglich-Lüge schreiben Sie darüber, wie Vereinbarkeit dennoch möglich sein kann.
  • Hier findest du ein paar Beispiele von Unternehmen, die sich Gedanken über Vereinbarkeit von Familie und Beruf gemacht haben.
  • Auf der Seite von www.familienservice.de findest du kostenfreie Vorträge zu den Themen rund um Familie und Beruf in deiner Nähe.

 

1 thought on “Kann man Vereinbarkeit von Familie und Beruf lernen?”

Wie denkst du zu dem Thema? Schreibe mir gern deine Meinung :-)

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