Ist dein Arbeitgeber reif genug für dich?

Je mehr ich zu diesem Thema lese, desto faszinierter bin ich davon. Aus einem Bedürfnis wird ein Wunsch. Aus einem Wunsch wird ein Plan und ehe ich mich versehe, bin ich schon mitten drin. Kennst du das?

Bisher habe ich den Schwerpunkt des Blogs überwiegend auf den Mindset und die ersten Schritte hin zu einem aktiven und selbstbestimmten Leben gelegt. Das ist auch wichtig, denn wenn du nicht an dich und an deine Sache glaubst, dann helfen auch die besten Möglichkeiten nichts. Du wirst nicht ins Handeln kommen und letztlich beim Alten bleiben.

Da du aber gerade meinen Blog liest, nehme ich an, dass du ein gewisses Interesse am Thema hast oder dich bereits auf den Weg gemacht hast.

Das finde ich klasse!

Entwicklungsstufen

Heute beleuchte ich das Thema aus der unternehmerischen Perspektive. Nehmen wir an, du bewirbst dich zum Beispiel bei einer Firma. Außer deinen Fähigkeiten und Erfahrungen bringst du zudem bestimmte Stärken mit, welche die Firma kostenlos miterhält. 

Doch nicht mit jeder deiner Stärken kommt die Firma zurecht. 

Warum ist das so?

Genauso wie Menschen bestimmte Entwicklungsstufen durchlaufen, so durchlaufen auch Firmen solche Entwicklungsstufen. 

Hier stelle ich dir grob die Entwicklungsstufen von Unternehmen vor.

Stufe 1: 

Bestimmt erinnerst du dich noch an die klassischen Bilder einer Firma aus dem letzten Jahrhundert: auf der einen Seite gibt es den Chef, der alles entscheidet. Auf der anderen Seite die „Schäfchen“, seine Mitarbeiter, um dessen Wohl er sich sorgt. Schließlich sollen sie gut funktionieren und ihm gehorchen. Interessanter Weise gibt es dieses Modell noch recht oft, obwohl zahlreiche Studien belegt haben, dass ein Anzapfen des kollektiven Wissens eine Firma weitaus  erfolgreicher werden lässt. 

Nun gibt es aber zur Verteidigung der Firmen ebenso zahlreiche Menschen, die genau dieses Modell wollen. Sie haben kein Interesse daran, großartig Dinge entscheiden zu müssen. Sie wollen einfach nur ihren Job machen und im Anschluss  daran nach Hause gehen. Dies ist auch vollkommen okay, wenn beide Seiten glücklich damit sind.

Stufe 2:

Sobald aber ein Schäfchen Ambitionen zeigt und dem Chef Konkurrenz macht, entstehen erste Konflikte und das Oberhaupt zeigt auffälliges Revier-Verteidigungs-Verhalten. Es wird gegenseitig beschuldigt, Inkompetenz zugesprochen und endet manchmal sogar in lautstarken Auseinandersetzungen. Das kann man dann ganz gut an den hochroten „Hitzköpfen“ erkennen, die dann psychologische Manipulationstechniken wie Globalisieren oder Pauschalisieren anwenden. Im Übrigen sehr lustig mitanzuschauen, wenn man nicht gerade das „Opfer“ ist, das den Überschwall an nicht kontrollierten Gefühlen abbekommt. 😉

Stufe 3:

Die Hitzköpfe haben gelernt, dass die Revierkämpfe zu nichts führen. Also wurden neue Strategien ausprobiert. Und siehe da, mit Akzeptanz und Kooperation kommt man auch weiter. Auf dieser Stufe stehende Firmen werben ganz gern für den kooperativen Führungsstil, wonach die Meinung der Mitarbeiter bedacht und berücksichtigt wird. Es gibt aber nach wie vor feste Hierarchien, die den Informations- und Weisungsfluss vorgeben. Zurzeit befindet sich ein Großteil der Firmen auf dieser Stufe. 

Stufe 4:

Ab dieser Stufe wird es interessant. Du liest von eigenverantwortlich handelnden Teams und Abteilungen. Aufgaben und Verantwortungen werden einer kleinen Crew übertragen, welche sich in ihren Fähigkeiten und Stärken ergänzen. Der Chef an sich fungiert dann mehr als Berater und Mentor, weniger als Aufgaben und Anweisungenverteiler. Firmen, die sich auf dieser Entwicklungsstufe befinden, nutzen bereits ganz gut die Fähigkeiten und das Bedürfnis ihrer Mitarbeiter, Eigenverantwortung zu übernehmen. Es werden relativ viele Freiheiten gewährt, von Job-Sharing über Home-Office bis hin zu Vertrauensarbeitszeiten ist vieles denkbar. Jedoch verlangt diese Stufe nach Mitarbeitern, die diese Freiheiten auch eigenverantwortlich nutzen können und wollen. Ein Mitarbeiter, der hier den Arbeitgeber anprangert, weil er so viele Überstunden machen „muss“ und diese letztlich doch nicht bezahlt bekommt, ist in seiner persönlichen Entwicklung möglicherweise auf einer anderen Stufe. Er fühlt sich nicht genug wertgeschätzt und ist folglich frustriert. Indem er vom Arbeitgeber eine Reaktion erwartet, gibt er Verantwortung ab. Seine eigene Verantwortung sieht er jedoch nicht. Besonders in Bewerbungsgesprächen ist es deshalb wichtig von beiden Seiten herauszubekommen, auf welcher Entwicklungsstufe sich sein Gegenüber befindet. Manchmal kann es klappen, wenn es nur eine Stufe Unterschied zwischen den Parteien gibt. Bei zwei Stufen nicht mehr. Es liegen bereits sehr unterschiedliche Weltbilder vor.

Stufe 5:

Willkommen Freelancer, Weltenbummler und Digitale Nomaden! Flexibilität, Unabhängigkeit und Sebstbestimmung in ihrer reinsten Form vereinen sich auf dieser Stufe zu virtuellen Unternehmen, welche sich projekt- und netzwerkartig bewegen. Firmen, die diese Entwicklungsstufe prägen, sind auch äußerst flexibel in Bezug auf ihre Mitarbeiter, welche als Intrapreneure, als Unternehmer in einem Unternehmen, gesehen werden. Hier haben nur solche Mitarbeiter eine Chance, die flexibel, unabhängig und höchst eigenverantwortlich arbeiten. Das können die Wenigsten. Es müssen aber auch nicht alle so arbeiten. Eine gewisse Unsicherheit aushalten können und Risikobereitschaft mitbringen sind wesentliche, diese Stufe prägende Faktoren.

In welcher Stufe hast du dich wiedergefunden?

Von welcher Stufe du auch immer startest. Das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, sollte am besten ähnlich ticken wie du. Dann ist es wahrscheinlicher, dass du bleibst und dich wohlfühlst.

Das solltest du immer im Hinterkopf behalten, wenn du dich bei Firmen bewirbst. In Bewerbungsgesprächen kannst du diese Entwicklungsstufen dann ganz gut erkennen.

Im nächsten Blog erfährst du, woran du diese Entwicklungsstufen erkennst.

Sei mutig. Sei großartig. Sei einfach du selbst.

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