Glaubst du noch oder lebst du schon?

Du befindest dich in einem vier-Augen-Gespräch mit deinem Vorgesetzten und ihr besprecht eure Themen. Eigentlich verstehst du dich ganz gut mit deinem Chef und ihr könnt offen über eure Anliegen sprechen. Doch heute hast du dir vorgenommen, ein für dich wichtiges Thema anzusprechen: dein Gehalt. Im Kopf hast du dir im Vorfeld bereits viele Gedanken gemacht. Du hast dir alle erdenklichen Reaktionen deines Chefs vorgestellt und überlegt, wie du argumentieren könntest. Im entscheidenden Moment traust du dich das Thema anzusprechen, doch es kommt anders als gedacht. Statt selbstbwusst  dein Anliegen vorzutragen, fühlst du dich wie eine kleine Maus: deine Stimme wird zittrig und piepsig, deine Körpersprache zeigt Verunsicherung und du gibst nach, sobald du Widerstand vom Vorgesetzten spürst. Was ist passiert? 

Deine Glaubenssätze haben mal wieder die Oberhand über dich gewonnen.  So ist es nämlich mit den inneren Glaubenssätzen, wenn diese die Steuerung übernehmen. Sie übernehmen immer dann das Ruder, wenn es zu Situationen kommt, bei denen wir in der Vergangenheit gelernt haben auf eine ganz bestimmte Weise zu reagieren.  Ganz ähnlich der Pawlow’schen Prägung, der klassischen  Konditionierung, sind wir außer Stande anders zu reagieren, da uns der Glaubenssatz so tief geprägt hat, dass die Reaktion impulshaft erfolgt und uns manchmal sogar fremdgesteuert vorkommt. Eigentlich wollten wir ganz anders reagieren, selbstbewusst und souverän auftreten, haben dieses Verhalten im entscheidenden Moment jedoch nicht abrufen können. Durch Erziehung und Umweltprägungen in der Kindheit lernten wir, durch Versuch und Irrtum auf Situationen zu reagieren. Je nachdem, wie die Reaktionen unseres Gegenübers ausfielen, prägten wir uns ein bestimmtes Verhalten ein. Wenn diese Prägungen immer und immer wieder passierten, verfestigten sich unsere Reaktionen und wurden irgendwann so stark verinnerlicht, dass sie nicht mehr bewusst abliefen. Dieses Reiz-Reaktions-Schema ist viel schneller als das bewusste Denken und eine Erklärung dafür, warum wir manchmal anders handeln als wir wollen: der plötzliche Wutausbruch, der impulshafte Kauf von Dingen, die wir nicht wirklich brauchen, eine unverhofft auftretende Ablehnung gegenüber bestimmten Leuten oder Situationen. Es gibt sicherlich viele weitere Beispiele dafür. Kennt ihr auch solche Situationen? Schreibt mir gern darüber 👍🏻

Ganz anders verlaufen unsere Reaktionen, wenn wir auf Grundlage unserer Werte handeln. Eine Kollegin oder einen Kollegen im entscheidenden Moment verbal bekräftigen und unterstützen gegenüber jemand anderem, weil es uns in diesem Moment wichtig ist, dies zu tun. Den Kindern morgens immer ein gesundes Frühstück zubereiten, weil die eigene und familiäre Gesundheit und die damit verbundene Fürsorge uns ein grundsätzliches Anliegen sind. Darüber diskutieren wir nicht, machen selten Kompromisse und lassen uns da nicht einreden. In solchen Momenten handeln wir nach unseren Werten. Wir fühlen uns stark, unerschütterlich und haben das wunderbare Gefühl, genau das Richtige zu tun.

Wie können wir aber nach unseren Werten leben, wenn uns gleichzeitig bestimmte innere Glaubenssätze hemmen oder sogar blockieren? 

Ganz einfach: wir ändern unsere Glaubenssätze. Genauso, wie wir uns unsere bisherigen Glaubenssätze antrainiert haben, können wir uns ebenso gut neue, uns dienliche antrainieren. Der erste Schritt zu einer Änderung der störenden inneren Glaubenssätze ist das „Sich-bewusst-werden“ über den Ursprung dieser Überzeugungen. Wann habe ich in meiner Kindheit ähnliche Situationen erlebt? Wie habe ich mich damals gefühlt? Wie würde ich heute als Erwachsener anders handeln? 

Es ist in der Tat möglich Glaubenssätze abzulegen, die einen behindern und dafür neue, bewusst gewählte, unterstützende zu prägen. Ich habe zum Bespiel einen Glaubensgrundsatz abgelegt, der mich immer und immer wieder am Vorankommen gehindert hatte. Es war schon fast so, als würde ich mit Handbremse fahren. Was für eine Befreiung war es für mich, als ich diesen Glaubenssatz endlich abgelegt hatte! Plötzlich war ich auf der Überholspur und hatte endlich das Gefühl, mein volles Potential auszuschöpfen. Mein neuer Glaubenssatz hatte den Alten abgelöst!

Wenn wir die hinderlichen Glaubenssätze abschaffen und dafür neue, förderliche formulieren, dann gehen Werte und Glaubenssätze Hand in Hand und wir fangen an, wahrhaftig frei zu leben!

Probiert es aus und schreibt mir gerne,  wenn ihr Unterstützung braucht. Ich wünsche euch viel Erfolg dabei. 👍🏻

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