Generation Unique

Der Mensch versucht ja stets und immer und immer wieder Dinge zu begreifen. Indem er vergleicht, ordnet, sortiert, verneint, umschmückt, verleugnet oder in Relation setzt, versucht er die Komplexität zu vereinfachen, um sie zu verstehen. Kommt er dann zu dem Schluß, dass er genügend „Beweise“ gefunden hat, dann verharrt er bei seiner gefundenen Wahrheit, manchmal sogar ein Leben lang.

So habt ihr bestimmt schon einmal etwas von der „Generation x, y, z und what“ gehört. Dies sind ebensolche Versuche, die Komplexität ‚Mensch‘ zu begreifen und sie in bestimmte Muster zu stecken. So setzt die Generation X zum Beispiel auf Beständigkeit und Fleiß, während die „Y“-er mit Weltoffenheit und Flexibilität trumpfen. Die „Millenials“ gelten als ‚digital natives‘ und unsere Kinder als…

So kann das ewig weitergehen und während wir darauf fokussiert sind, vermeintliche Gemeinsamkeiten zu finden, vergessen wir ganz und gar unsere Einzigartigkeit. Das Wort einzig-artig beschreibt es auf wunderbare Weise, nämlich dass wir unschätzbar „einzig“ unserer Art sind; und doch versuchen wir uns stets das Gegenteil zu beweisen. Wären wir jedoch tatsächlich nur eins von vielen, so müssten wir leben, denken, sprechen, uns kleiden ja sogar Gleiches essen wie unsere „Vergleichsgruppe“.  Stellt sich bloß die Frage, wie so etwas wissenschaftlich nachweisbar ist bei 7,1 milliarden Menschen auf der Erde. Dennoch werden wir nicht müde, nach bestimmten Mustern im menschlichen Verhalten zu suchen. Aber warum versuchen wir stets etwas zu erfassen, was sich nicht erfassen lässt?

Unsere Ur-Instinkte spielen hier eine wichtige Rolle und lenken nach wie vor zu einem beträchtlichen Teil unser Verhalten: blitzschnell müssen wir entscheiden können, ob uns unser Gegenüber freundlich oder feindlich gesinnt ist. Wir schätzen in Bruchteilen einer Sekunde ab und entscheiden, wie wir handeln, ob wir angreifen oder flüchten. Die Gruppenbildung gibt uns auch heute noch ein Gefühl der Sicherheit und wir signalisieren durch Nachmachen, dass wir uns freundlich gesinnt sind. Diese Ur-Instinkte werden wir vermutlich auch die nächsten Generationen über nicht verlieren, und das ist auch gut so. Im Zeitalter der sich „vermischenden“ Völker und Kulturen sind diese Ur-Instinkte nach wie vor sehr wichtig.

Was wir allerdings nicht versuchen sollten, ist uns alle „gleich“ zu machen. Wenn wir zukünftig mit Nachbarn aus allen Teilen der Welt zusammen friedlich leben wollen, ist es unabdingbar, dass wir unsere eigene Einzigartigkeit und die unseres Nachbarn wertschätzen. Wir brauchen dann keine Vergleiche mehr, weil es keine handfesten mehr geben wird. Was wir stattdessen brauchen werden, ist das Bewusstsein für die Einzigartigkeit eines jeden Individuums. Die Generation X, Y, und Z wird es dann nicht mehr geben. Sie wird nach und nach abgelöst werden durch die „Generation Unique“, eine junge Generation von mutigen, aufstrebenden, hoffnungsvollen Menschen, welche verstanden haben, dass nicht die Gemeinsamkeit das Maß aller Dinge ist, sondern die Wertschätzung der Einzigartigkeit.

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