Gedankenkraft

Wer von euch hat schon einmal darüber nachgedacht, wie viele Gedanken uns tagtäglich im Kopf herumschwirren? – An die 30000- 50000! Das ist jede Menge. Und wie viele dieser Gedanken habt ihr bewusst wahrgenommen? 20, vielleicht 30? Wo sind aber die restlichen Gedanken? – Vermutlich untergegangen im Verlauf des Tages.

Was für Gedanken…

Im Verlauf eines Tages denken wir über Vieles nach. Ob bewusst oder unbewusst, überlegen wir, wägen ab, fällen Entscheidungen, halten Monologe, richten über uns selbst, planen und abstrahieren, träumen herum, motivieren oder frustrieren uns und noch vieles mehr. All diese Gedanken bewerten und selektieren wir. Manche davon sind uns sehr bewusst, andere nehmen wir nicht einmal wahr. Gerade an recht hektischen Tagen haben wir oftmals nicht die Zeit, um unseren Fokus auf so etwas wie unsere Gedanken zu legen. Wir treffen Entscheidungen in Windeseile und gehen sofort zum nächsten Anliegen weiter.

Im Unterbewusstsein

Dabei sind Gedanken unsere wichtigsten Begleiter und das jeden Tag! Noch bevor wir wahrnehmen, um was für Gedanken es sich handelt, wirken diese bereits in unserem Unterbewusstsein: „Die Hose kannst du niemals bei solchen Oberschenkeln tragen!“, oder „Deine Stimme beim Vortrag klang grässlich! Du hast wie eine piepsige, unsichere Maus geklungen!“. Wir verurteilen uns selbst und nehmen die Wirkung der Gedanken nicht wahr. Die Folge ist, dass wir unseren Gedanken Glauben schenken und uns dadurch selbst schaden.

Gedanken werden Wirklichkeit

Man muss sich nur oft genug etwas „einreden“ und man wird letztlich davon überzeugt sein. Ich kannte einen Menschen, der sich einredete, dass er motorisch nicht im Stande war, mehrere Schritte gleichzeitig auszuführen, so dass er immer und immer wieder durch die praktische Fahrprüfung fiel. Obwohl es medizinisch gesehen keinen trifftigen Grund für dieses Phänomen gab,  war er irgendwann so sehr davon überzeugt, dass er es nicht schafft, dass er letztlich seinen Wunsch aufgab, je Auto fahren zu können. Wie schade, hatte dieser Mensch doch die ganze Kraft dafür verwendet, etwas NICHT zu erreichen. Dass er sich mit seinen eigenen Gedanken den Weg zu seinem Ziel verschloss, war ihm jedoch nicht bewusst.

Achtsamkeit

Jeder von uns hat seinen ganz persönlichen inneren Richter, er macht uns bewusst, was wir (noch) nicht können oder haben oder sind. Oftmals wird dieser innere Richter in unserer Kindheit geprägt und lenkt uns  nicht selten noch weit bis ins Erwachsenenalter und darüber hinaus. Diese Gedanken, dieser innere Richter, mag zwar in der Vergangenheit geprägt und geformt worden sein, er kann aber genauso gut jederzeit „umprogrammiert“ werden. Wenn wir nämlich beginnen, uns Zeit zu nehmen, unsere Gedanken zu beobachten, so können wir mit der Zeit unsere Wahrnehmung für unsere Gedanken schulen. Wir erhöhen die Wahrscheinlichkeit, negative Gedanken als solche zu erkennen. Und wenn wir diese negativen Gedanken erkennen, dann können wir uns auch von diesen distanzieren: in dem Bewusstsein, dass Gedanken primär unserem Inneren entspringen und nicht zwangsläufig der objektiven Realität entsprechen, können wir diese auch verwerfen und stattdessen durch neue, positivere Gedanken ersetzen. Viele Menschen praktizieren das Meditieren, mit dessen Hilfe sie lernen, achtsamer mit ihren Gedanken umzugehen. Andere widerum erreichen diese meditative Achtsamkeit beim gemütlichen Joggen, Musik hören oder Herumwärkeln. Es ist auch nicht wichtig, auf welche Weise man lernt, seine Gedanken bewusster zu lenken. Wichtig ist nur, die Erkenntnis, dass jeder Gedanke auch bewusst erfolgen kann. Denn wenn Gedanken auch bewusst erzeugt werden können, dann können wir uns auch bewusst FÜR etwas entscheiden: die ewig verletzenden Worte müssen einen nicht zwangsläufig verletzen, wenn man sich dazu entschließt, dass einem diese Worte gleichgültig sind. Sie MÜSSEN einen nicht verletzen, wenn man nicht will, dass sie einen verletzen. Diese Gedankenkraft wusste bereits Ghandi für sich zu nutzen. Und auch viele andere Vordenker wie Jesus oder Lao Tse konnten ihre Gedankenkraft dazu nutzen, nur die Dinge zuzulassen, die für sie wichtig waren.

Ich wünsche euch in dieser neuen Woche ganz viel Gedankenkraft, auf dass euer innerer Richter euch stets bestärkt und unterstützt, in allem was ihr macht!

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