Erfolg durch beobachten und nachmachen?

imageNeulich spielte ich mit meinem Sohn mit seinen Legobausteinen. Während wir spielten baute mein Sohn ständig neue Figuren. Jede excellenter als die Andere. Als ich ihn fragte, ob wir nicht lieber die Figur auf der Verpackung nachbauen sollten, antwortete er wie selbstverständlich: „Aber dann sieht es nicht so aus, wie ich ihn mir vorstelle.“ Diese Aussage brachte mich zum Nachdenken, sie kam so selbstverständlich heraus und war doch so neu, so fremd in meinen Augen.

Wir Erwachsenen haben gelernt genau das zu machen, was von uns verlangt wird, nichts zu hinterfragen und die Dinge als gegeben anzunehmen. Bei Kindern ist das noch anders. Sie wissen noch nicht, wie die Dinge zu Laufen haben, sie hinterfragen alles, probieren aus, experimentieren. Wahrlich bewundernswert gehen sie mit einer inneren Überzeugung an die Sache heran, beobachten genau, hinterfragen sich selbst, erleiden Niederschläge um sich sofort wieder Aufzurappeln und es gleich noch einmal auszuprobieren. Sie machen die Dinge auf ihre Weise.

Aber was machen wir Erwachsenen? – Wir beobachten nicht uns selbst, sondern andere, vergleichen, messen und quälen uns mit den Gedanken, nicht so gut, so erfolgreich, so schlank zu sein wie die Anderen. Schlimmer noch, die zahlreichen Erfolgs- und Motivationsbücher auf dem Markt preisen sogar dieses Beobachten der Anderen an nach dem Motto: „Du musst nur genau beobachten und GENAU das Nachmachen, was die Erfolgreichen dir erzählen, und schon wirst du selbst auch erfolgreich sein!“

Wer sagt denn, dass dies der einzig richtige Weg zum Erfolg ist? Und überhaupt, woher nimmt dieser Mensch, der den Weg zum Erfolg beschreibt, sich das Recht anzunehmen, dass seine Definition von Erfolg auch die Meine ist?!

Denn wenn man ein bisschen genauer recherchiert, so sind doch nicht wenige von diesen „Erfolgreichen“ bereits geschieden oder haben sogar mehrere erfolglose Ehen hinter sich. Haben die das auch in Ihren Büchern erwähnt? – Nicht selten geht es in diesen Büchern um finanziellen Erfolg. Mal ehrlich, ein Vertreter meiner Generation hat weitaus mehr Ansprüche an sein Leben als das Anhäufeln von Geld!

Ich komme auf das obige Beispiel und die natürliche Genialität eines jeden Menschen, die ihm ins Schoß gelegt wird noch einmal zurück. Jeder, wirklich JEDER trägt in sich diese Experimentierfreude und die innere Überzeugung, dass der ganz persönliche, einzigartige Weg der Richtige ist. Wir müssen bloß unsere Fähigkeiten zur Selbstbeobachtung und zur Selbstwirksamkeit wiedererlangen. Mühsam, Schritt für Schritt geht es darum, alte Verhaltensmuster zu durchbrechen, sich (innerlich) zu beobachten und dann sein eigenes Ding „vorzumachen“. Es Anderen Vormachen, wie man ihn wiedererlangt, den inneren Wegweiser. Sich Lösen vom ständigen Vergleichen und sich selbst Hinterfragen! Machen wir es wie unsere Kinder, wenn wir schon das Beobachten nicht sein lassen können, so beobachten wir sie! Sie machen es uns vor!

Denkt mal darüber nach 😉

Es grüßt euch eure,

unikhiwa

 

 

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