Einfache Tricks, wie du den falschen Arbeitgeber vermeiden kannst.

Viel erzählen kann man immer. Geschichten noch und nöcher. Aber erst in brenzligen Situationen zeigt sich wirklich, wie die Firma tickt. Da müsste man doch eigentlich im Bewerbungsgespräch die Firma auf die Probe stellen können. Nicht wahr?

Im letzten Blog ging es um die unterschiedlichen Reifegrade von Unternehmen und Menschen. Sie sind eng miteinander verwoben, denn Firma und Mensch können nur dann gut miteinander auskommen, wenn sie ähnlich ticken. Wir Personaler sprechen da gern vom personal fit. Weil das aber nicht immer der Fall ist, möchte ich dir heute ein paar Impulse mit auf den Weg geben, wie und woran du erkennen kannst, was der jeweiligen Firma wichtig ist und welche Werte sie vertritt. Auf diese Weise kannst du viel besser abwägen, ob die Firma für dich interessant sein könnte.

Woran du die Reifegrade von Unternehmen erkennst

Stellenbeschreibungen ähneln sich in ihrem formalen Aufbau. Meist stellt sich die Firma kurz vor, dann gibt es eine Aufgabenbeschreibung. Es schließt sich eine Anforderungsliste an und ganz am Ende kommt der eigentliche, spannendste Teil. Hier kann die Firma noch einmal so richtig punkten und mit Hilfe der richtigen Impulse dich zum Bewerben bewegen. Schauen wir uns ein paar Beispiele an, wie Firmen am Ende dem potenziellen Bewerber die Stelle schmackhaft machen wollen:

Beispiel 1:

Wir suchen Verstärkung

(Hier steht die Stellenbezeichung)

Anforderungen:

Berufserfahrung mind. 3 Jahre.

Willen zur Präzision (exakte und saubere Arbeitsweise)

verantwortungsbewusstes Handeln

Zuverlässigkeit

Teamfähigkeit

Gutes Vorstellungsvermögen

Erforderlicher Bildungsabschluss:

Erforderliche Berufserfahrung:

Erforderliche Fremdsprachenkenntnisse:

Erforderliche Zusatzqualifikationen:

Hallo? Wieviel ist denn noch erforderlich?! – An keiner dieser Stelle steht auch nur ein Sterbenswörtchen etwas über die Firma. Wieso auch? Sie sucht ja jemanden und nicht umgekehrt. Da ist es nur logisch, dass „erforderliche“ Fähigkeiten aufgelistet werden. Hm, darf man denn mal nachfragen, was ihr so macht? – Nö. Nicht relevant. Acha. Da will wohl jemand das Sagen haben…

Gehen wir lieber zum nächsten Beispiel weiter.

Beispiel 2:

„…gute Entwicklungsmöglichkeiten in einem international erfolgreichen Unternehmen mit leistungsgerechter Vergütung und attraktiven Neben­leistungen. Wenn Sie einen Arbeitgeber mit langfristiger Zukunfts­perspektive in einem wachsen­den Unternehmen mit moderner Unternehmens­kultur und angenehmem Arbeitsklima“ und so weiter, und so fort. Hast du jeden einzelnen Punkt erfasst? – Ich nicht. Mir war der Satz zu lang.

Solche Sätze lese ich viele da draußen. Sie sind genauso standardisiert wie unsere „Teamfähigkeit“ in unserem Bewerbungsanschreiben. Was sagt das über die jeweilige Firma aus?

Zunächst deuten diese standardisierten Formulierungen darauf hin, dass du es mit einer gestandenen Firma zu tun hast, welche einen gewissen zeitlichen Bestand nachweisen kann. Vieles ist bereits etabliert und standardisiert, es gibt feste Prozesse und Prozeduren. Hier könntest du dich wohl fühlen, wenn du selbst ein Mensch bist, der Wert auf Sicherheit, Kontinuität und eine gewisse Regelmäßigkeit legt. Sich in die bestehenden Regeln und Prozesse einzufügen wird dir relativ leicht fallen und du kannst darauf vertrauen, dass die Firma sich bemühen wird, dir diese Sicherheit und Vorhersagbarkeit auch zukünftig zu bieten. Veränderungen treten hier eher zukzessive und in kleinen Schritten, denn sprunghaft und plötzlich alles umfassend ein. Dies würde auch nicht zur Unternehmenskultur passen, wie auch immer diese formuliert sein mag. Das wird aus der Stellenbeschreibung jedenfalls nicht eindeutig klar. Klingt ja so wie tausende andere Beschreibungen.

Beispiel 3:

„…Do you like figuring out how to use the latest software development technologies to improve your team’s development process? Do you believe in integrating continuously, frequent releases, and automating as much as possible? We are seeking a talented with this type of mindset…“

Diese Stellenbeschreibung setzt ihren Kern, ihre Arbeitsphilosophie an die oberste Stelle. Indem sie genau beschreibt, wie jemand idealerweise arbeitet, der für sie tätig ist, sorgt sie automatisch für eine Vorselektion. Alle, die sich nicht mit der arbeitsweise angesprochen fühlen, werden sich folglich auch nicht bewerben. Eine clevere Art zu beschreiben, wie kooperatives Arbeiten aussehen kann.

Beispiel 4:

„…Keine Zeit für Langeweile! Wir sind ein energetisches Team, in dem täglich etwas Neues passiert…Hoher Impact des eigenen Handelns…Eine Kultur, in der du durch deine Ergebnisse, nicht durch deine Kleidung beurteilt wirst…Moderner und gut erreichbarer Arbeitsplatz im Herzen…“

Diese Beschreibung spricht ein ganz anderes Publikum an. Der Fokus liegt hier auf Abenteuer, Abwechselung und das Bedürfnis, etwas zu bewirken und nicht nur auf Andere zu wirken. Hier könntest du dich wohl fühlen, wenn dich wechselnde, sprunghafte Aufgaben anspornen. Unsicherheit in Bezug auf die zukünftige Entwicklung, weil die Firma vermutlich noch recht jung ist, bereiten dir keine Angst und Sorgen? – Dann bist du hier genau richtig.

Du siehst, es gibt zahlreiche Firmen da draußen, die allein durch ihre Art, sich nach außen zu präsentieren, verraten, wie sie ticken. Genau aus diesem Grund hatte ich dir in meinen früheren Blogs dazu geraten, genau zu prüfen, für wen du zukünftig arbeiten möchtest. Vergiß nicht, dass du einen großen Teil deines Tages diesem Arbeitgeber widmen wirst. Da wäre es vollkommen verschwendete Zeit, wenn du diese Zeit nicht als positiv wahrnehmen könntest.

Wo findest du noch Infos?

Ich habe für dich ein wenig recherchiert, wo du interessante Jobs für dich finden könntest.
Mein Ziel ist stets, dir Wissen zu vermitteln und dich dabei zu unterstützen, deinen eigenen Weg zu finden. Ihn letztlich gehen musst du selbst. Aber wer sagt denn, dass du ihn allein gehen musst 🙂

Nachfolgend findest du ein paar Impulse und Quellen zu etwas anderen Job- und Infoportalen:

  • Unter founderio findest du eine interessante Plattform, wo du nicht nur Jobs bei jungen Unternehmen und Start-ups finden kannst, du kannst auch Teilhaber werden, wenn du dich traust 😉
  • Auf jobvector können sich Naturwissenschaftler, Ingenieure und Techniker austoben
  • Und unter vbio findest du ein ganzes Sammelsurium an Informationen für Biologen und Mediziner, vielleicht sogar den einen interessanten Job?

Kennst du vielleicht auch interessante Job- und Infoportale außer die weit bekannten monster, stepstone und Co.? Ich würde mich freuen, wenn du sie unter den Kommentaren teilst.

Sei mutig. Sei großartig. Sei einfach du selbst.

 

 

 

 

Wie denkst du zu dem Thema? Schreibe mir gern deine Meinung :-)

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