Die wichtigste Kompetenz, die du in diesem Jahrtausend brauchst

Wenn ich auf facebook gehe, sehe ich immer wieder das Selbe: „Schau dir mein kostenloses Webinar zum Thema XY an, und du wirst nie wieder Geldsorgen haben / für immer frei sein / endlich das tun können, was du möchtest“. Hallo? Glaubt das überhaupt noch jemand?!

Tücken des Selbst-Coachings

Sich ein Webinar anzuschauen ist reinste Zeitverschwendung! Am Ende bist du genauso schlau wie vorher und bekommst auch noch ein unverschämtes Angebot aufgeschwatzt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass du dennoch draufdrückst und mitmachst relativ hoch. Warum? Weil wir Menschen evolutionsbedingt auf Impulse reagieren (müssen). Ich bin auch so ein klassischer Fall. Hab zig dieser vielversprechenden Lockmittel konsumiert und bin letztlich doch bei mir selbst wieder gelandet.

Warum?

Es ist unglaublich schwierig einen Menschen in seiner Komplexität allein durch einen Vortrag, der möglicherweise auch noch ein Selbstläufer, also nicht live ist, abzuholen und zu erfassen. Das wäre ungefähr so, als würdest du deinen Partner mit nur einem Wort beschreiben wollen.

Und dennoch sind diese neuen Mittel des Marketings so wirkungsvoll. Sie sprechen unseren Urinstinkt an: den Wunsch zu Lernen und zu Wachsen.

Das ist fantastisch.

Nur, wie ich finde, ist die Art Menschen auf diese Weise abzuholen, einfach zu plump.

Im schlechtesten Fall stellt derjenige fest, dass er ein Problem hat, das er nicht selbst lösen kann, fühlt sich aber nicht wirklich zu dem Trainer/Coach oder wem auch immer hingezogen. Er bucht NICHT den kostenpflichtigen Kurs. Das Gefühl, eine Lücke zu haben, bleibt.

Und nun?

Woher unsere Bedürfnisse kommen – ein kleiner Rückblick

Begonnen hatte es mit der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, wo es plötzlich wieder Waren in den Fensterläden gab. Die Nachkriegsgenerationen der sogenannten Babyboomer fühlten sich allein dadurch wie im siebten Himmel, dass sie wieder für ihre Familien Essen und Kleidung kaufen konnten. Was für ein Wunder! Schnell war der Mangel vergessen und die nachfolgenden Kinder kannten es möglicherweise schon gar nicht mehr.

Die nachfolgende Generation X erlebte wahrhaftig mit, wie hart der Wiederaufbau eines Landes und auch des persönlichen Wohlstands ist und wollte nicht nur, wie die Elterngeneration schuften. Sie wollten auch mal genießen und einen Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit haben. Die Work-Life-Balance-Welle nahm Fahrt auf.

Interessanterweise machte sich aber erst die nächste Generation Y auf den Weg, die Arbeitswelt grundlegend zu durchdenken. Warum an einem Ort bleiben, wenn man auch flexibel sein kann? Warum 9 to 5 arbeiten, wenn man auch flexibel mit Laptop sein kann? Der Wunsch nach Freiraum, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung wurde geboren.

Spannend wird es, wenn nun die Generation Z der Millenials den Arbeitsmarkt überschwemmt und bereits ein völlig unabhängiges und freies Verständnis von Arbeiten hat. Diese Generation macht sich nichts mehr aus Tradition und Konvention, sie ist selbstbewusst genug, um ihren eigenen Weg zu gehen.

Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten

Was macht man nun mit diesen verschiedenen Generationen, die so unterschiedlich sind und was hat das mit mir zu tun, wirst du dich jetzt vielleicht fragen? – Ein prägender Gedanke, der sich ganz tief im Ur-Bedürfnis eines jeden Menschen verankert, ist der Wunsch der Zugehörigkeit. Aus diesem Grundbedürfnis heraus machen wir die verrücktesten Dinge.

Vielleicht kennst du ja das Gefühl, nicht gut GENUG oder nicht professionell oder schnell genug zu sein. Ich kenne es nur allzu gut. Es ist eine Folge des ständigen Konsums und auch des ständigen Vergleichens und Vernetzt-Seins mit der Welt da draußen. „Der Nachbarsjunge hat bereits ein Handy: Vielleicht sollte ich meinem Großen auch eins besorgen, damit er mich in Notfällen erreichen kann?“ oder „Eine weiße Küche, das ist doch voll modern. Ich möchte auch eine weiße, minimalistische Küche haben.“ bis hin zu „Meine Mitstreiter im Internet benutzen alle das neue Software-Tool. Es ist nicht ganz billig, aber vielleicht melde ich mich doch zum Webinar an und schaue es mir an.“ So oder so ähnlich schwirren uns tagtäglich hunderte von Gedanken durch den Kopf und wir merken nicht, wie sehr wir uns von anderen beeinflussen lassen, auch unbewusst. Der Bezug zu sich selbst geht dabei ein Stück weit verloren.

Gerade dies finde ich aber so erschreckend, weil wir eben NICHT alle gleich sind, denken oder handeln. Ein Trainer der Generation der Babyboomer wird völlig anders an dein Thema herangehen wie du, wenn du einiges jünger bist. Sind dann seine Tipps und Tricks für dich passend? Möglicherweise. Vielleicht aber auch auch nicht.

Ähnlich ist es mit den Themen der Kindeserziehung, Alltagsgestaltung, Kleidungsstil oder Arbeitsrhythmus. Alles Themen die wichtig sind. Aber auch alles Themen, die höchst individuell sind.

Selbst wenn der Wunsch, der sozialen Zughörigkeit recht groß ist, dürfen wir trotzdem skeptisch genug sein zu prüfen, ob das, was uns die Umwelt da draußen bietet, auch zu uns selbst passt.

Das konstruktive Prüfen der Außenfaktoren kannst du aber nur dann, wenn du dir selbst in deinem Kern klar bist.

Eine neue Kompetenz muss her

Im letzten Beitrag ging es um den Prozess des Selbstvertrauens und wie man es durch das Tun für sich entwickeln kann.

Die wirkliche Herausforderung in unserer heutigen Welt ist aber, sich in jeder Situation selbst wahrnehmen zu können. Sag das nicht, das können weniger Menschen als du denkst.

Wie viele hetzen von Tag zu Tag und merken nicht, dass sie wie eine Maschine im Hamsterrad gefangen sind? Etliche Weitere haben deutliche körperliche Symptome der Überlastung, ignorieren diese aber, bis es nicht mehr geht.

Nur wenige verfügen über das Selbstvertrauen in für sie wichtigen Momenten inne zu halten, nachzudenken und sich selbst in all den manigfaltigen Facetten wahrzunehmen. Will ich das überhaupt? Lohnt sich das jetzt für mich? Warum möchte ich hierfür Zeit und möglicherweise Geld investieren? Dient diese Sache meinem Ziel oder diene ich einem fremden Ziel?

Eine Personalleiterin, die sich für die Firma und die Familie „hingibt“, ein Manager, der sich mit fester Überzeugung bis zum Burnout vorarbeitet, eine beste Single-Freundin, die sich ihr Leben mit Luxus-Artikeln vollstopft. Kennst du auch jemanden?

Selbst wenn die Möglichkeiten schier unendlich für uns sind, so brauchen wir dennoch einen Anker in unserem Leben. Dieser Anker sind wir selbst. Nur wenn wir es schaffen, in uns selbst zu ruhen und unseren inneren Kompass fest in uns selbst zu verwurzeln, können wir auch gesund und mit einer gewissen Leichtigkeit die unzählbaren Angebote des Lebens annehmen, sie dankend abweisen oder uns die besten Rosinen herauspicken.

Wie schwer das ist, in sich selbst zu ruhen und sich wahrzunehmen kann man ganz gut an der jüngst veröffentlichten Forsa-Umfrage bei deutschen Schulleitern sehen: 90 % klagen über wachsende Aufgaben und Verwaltungsarbeiten. Der deutschen Schulpolitik geben sie die Note 3.8, was einer 4 im Benotungssystem gleicht. Interessanterweise kommt bei dem jährlich stattfindenden Kongress schulischer Führungskräfte jedoch ein entscheidender Hinweis von Ex-Fußballschiedsrichter Urs Meier, der sagt:  „Wir haben nicht nur Verantwortung für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“

Sind sich die Schulverantwortlichen bewusst, dass sie das Schulsystem maßgeblich selbst mitbestimmen?
Wer Neues schaffen will, muss erst mal alten Ballast loswerden um Platz für das Neue zu schaffen, schreibt auch Hermann Scherer in seinem neuen Buch Fokus! – (der Link hinter dem Wort Fokus führt dich zur Amazon Verkaufsseite – keine Affiliate ;-))
Ich fand seine Thesen wirklich interessant, weshalb ich mich spontan entschieden hab, einen seiner Vorträge zu besuchen.
Anbei ein kleines Erinnerungsfoto 😉

Eine Mammut-Aufgabe für jeden von uns

Das Bewusstsein beginnt bei uns selbst.

Nicht bei deinem Verantwortlichen auf der Arbeit, dem Lehrer deines Kindes oder deinem Partner.

Bei dir.

Was bist du bereit, zu investieren, um deine Selbstwahrnehmung zu stärken um sie an deine Kinder weitergeben zu können?
Welchen Ballast musst du erst mal loswerden, damit du deine Zeit, deine Gedanken und dein Zuhause Platz hat für Neues?

Ich hatte dir versprochen, mein erstes Workbook vorzustellen. Es hat länger gedauert, als ich dachte, aber nun kann ich es endlich veröffentlichen. Und schon kommen die nächsten Hürden in Form von der europäischen Datenschutzverordnung auf mich zu. Ächz! Egal, erst einmal stelle ich es dir vor. Danach kann ich mich der nächsten Herausforderung widmen.

Folge dem Link und du kannst sofort mit deiner Selbstwahrnehmung, mit deinem eigenen Bewusstsein beginnen:

Du findest das Workbook hier auf meiner zweiten Seite: liwork.de

Viel Spaß dabei!

Ich freue mich, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt, wie du es findest 😉

Sei mutig. Werde großartig und bleib einfach du selbst.

Deine

Ewa

Quellen: Forsa Umfrage von Schul-Führungskräften

 

 

 

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?

%d Bloggern gefällt das: