Bestandsaufnahme: Wo stehst du und wo willst du hin? 

Im letzten Blog haben wir uns damit beschäftigt, heraus zu bekommen, was uns antreibt, woran wir glauben und warum wir unsere eigene Meinung haben. Dies zu wissen ist ganz besonders wichtig, wenn wir uns im nächsten Schritt mit der Bestandsaufnahme unserer Lebenssituation beschäftigen.

Womit füllst du dein Leben?

Bevor du nämlich deine Lebenssituation bewertest, ist es hilfreich, dir zunächst darüber klar zu werden, welche Bereiche du in deinem Leben betrachten möchtest. Im Alltag gibt es verschiedene Bereiche, die deiner Aufmerksamkeit bedürfen. Ebenso hast du mehrere Rollen, die tages- und zeitabhängig wechseln. Folgende Auflistung kann dir dabei hilfreich sein, einzelne Bereiche zu finden:

  • Gesundheit (körperliche und geistige/seelische)
  • Kinder
  • Partnerschaft
  • Familie
  • Beziehungen (zu weiteren Personen wie z.B. Freunde, Nachbarn, Bekannte und so weiter)
  • Finanzen
  • Spiel und Spaß
  • Wachstum und Entwicklung

Gesundheit: Damit meine ich nicht nur die Abwesenheit von Krankheit. Es ist viel mehr als das. Wahrlich gesund bist du zum Beispiel, wenn du merkst, dass alle um dich herum stöhnen und ächzen, weil sie eine Krankheit nach der anderen plagt. Du hingegen hast das gute Gefühl, dass deine Abwehr stark genug ist, um die Bedrohung abzuwehren. Dies ist nicht nur im körperlichen Sinne gemeint, sondern zum Beispiel auch geistig, wenn du spürst, dass dich nichts und niemand so schnell aus deiner inneren Ruhe bringen kann. Des weiteren ist damit auch die physische Gesundheit gemeint, welche in einem vitalen und leistungsstarken Körper steckt. 

Kinder: Wie siehst du diesen Bereich? Nimmt er einen noch großen Bereich ein in deinem Leben, weil deine Kinder noch recht klein sind? Oder sind deine Kinder bereits außer Haus und kommen bloß ab und zu vorbei?

Partnerschaft: Es ist schon ein Stück Arbeit, eine Partnerschaft dauerhaft und glücklich zu führen. Die Herausforderungen unseres Lebens sind selten die Gleichen wie die unseres Partners. Überleg dir, was Partnerschaft für dich bedeutet und wieviel Raum du für diesen Bereich hast?

Familie: Heut zu Tage leben wir zwar nur noch selten in einem Mehrgenerationenhaus, die Beziehungen zu Familienangehörigen können jedoch nach wie vor wichtig für uns sein. Für die Eine mehr, für die Andere weniger. Welchen Part nimmt dieser Bereich in deinem Leben ein?

Beziehungen: Für die Eine essentiell, für die Andere ein lästiges Übel. Und dennoch, Beziehungen zu anderen Menschen, ob Arbeitskollegen/-innen, Nachbarn, Freunden, Bekannten oder wem auch immer gehören zum Leben dazu. Welchen Stellenwert nehmen sie in deinem Leben ein?

Finanzen: Geld ist nicht alles, doch ohne Geld ist alles nichts. Ein Stückchen Wahrheit steckt in diesem Satz. Geld brauchen wir in erster Hinsicht zum Leben. Oft auch für die kleinen Impulskäufe, denen wir uns hingeben und ab und zu auch, um uns ein Stückchen „Glück“ zu erkaufen. Wir brauchen Geld auch deswegen, weil wir nicht ewig arbeiten werden, somit bietet Geld auch Sicherheit für die Zukunft. Welche Einstellung hast du zum Geld und wieviel Raum nimmt dieser Bereich für dich ein?

Spiel und Spaß: Dieser Bereich liegt mir persönlich sehr am Herzen. Wir haben Verpflichtungen, Aufgaben und Bedenken, doch niemals sollten wir vergessen, Spaß im Leben zu haben. Alles Stehen und Liegen lassen, um mit den Kindern ausgiebig zu toben. Eine völlig neue Laufstrecke ausprobieren, wohlwissend, dass man nicht weiß, ob man mit dieser wieder nach Hause findet. Sich für ein Wochenende ausklinken und einfach mal verschwinden, nichts planen und am besten mit einer guten Freundin einfach nur genießen. Wann empfindest du Freude und hast einfach nur Spaß?

Wachstum und Entwicklung: Ein Mensch entwickelt sich ein Leben lang weiter. Irgendwann hört das körperliche Wachstum auf, die geistige Entwicklung geht allerdings weiter. Ich bin immer wieder erstaunt über die Scharfsinnigkeit von älteren Menschen, die nie aufgehört haben, sich weiter zu entwickeln. In welchem Bereich möchtest du wachsen?

Vielleicht fallen dir ein paar weitere Bereiche ein, die für dich wichtig sind. Schreibe deine eigenen Bereiche auf. Ob du nun der älteren Nachbarin des Öfteren hilfst, eine Freundin zeitlich bei der Kinderbetreuung unterstützt, deine Karriere zunächst bei Seite legst, da du die Kinder erziehst, egal was, schreib es auf.

Nun hast du eine Übersicht über die Bereiche, denen du aktuell Zeit in deinem Leben widmest.

Lebensrollen

Kommen wir nun zum zweiten Teil des Erfassens: deine Rollen.

Du bist vielleicht Mutter, Tochter, Schwester, Freundin, Cousine, Tante, Partnerin oder Frau. Was auch immer. Schreib einfach alle Rollen auf, die du für gewöhnlich zwischen Montag und Sonntag einnimmst. Ich war mir zum Beispiel nicht bewusst, wieviel Zeit ich Menschen widmete, die mich viel Energie und Kraft kosteten. Auf der anderen Seite war mir nicht bewusst, dass manche  Menschen, von denen ich glaubte, dass sie Freunde wären, mir kaum etwas zurück gaben. Weder in Form von Freundschaft, Energie oder Unterstützung. Beobachte, ob es bei dir auch Energiefresser gibt und frage dich, was du in Bezug auf diese Rollen denkst. Sei ehrlich zu dir selbst, du wirst es zukünftig brauchen.

Detektiv in eigener Sache

Richte diese Woche deinen Fokus auf deine Lebensbereiche und -rollen. Beobachte, wieviel Zeit du in welchem Bereich und in welcher Rolle verbringst. Bist du glücklich mit dieser Aufteilung? Wo würdest du gerne mehr Zeit und Kraft investieren? Beobachte, was dir dabei durch den Kopf geht.

Vom Wollen zum Sein

Im nächsten Schritt werden wir deine Beobachtungen dieser Woche erfassen. Ein Überblick zu bekommen, wie wir momentan unser Leben gestalten und wie wir es idealerweise designen würden, wird Thema unseres nächsten Blogs sein. 

Nur wenn wir wissen, wo wir stehen und wohin wir wollen, können wir auch Wege gehen, die uns dort hinführen. Denn oftmals denken wir bloß daran, was wir haben und wohin wir wollen. Wenn ich aber nicht weiß, wo ich stehe, kann ich auch nicht meinen eigenen Wert erkennen, da der Blick immerzu nach vorn in die Zukunft oder nach hinten in die Vergangenheit geht. 

Welchen größten Wert hast du zu bieten?

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2 thoughts on “Bestandsaufnahme: Wo stehst du und wo willst du hin? ”

Wie denkst du zu dem Thema? Schreibe mir gern deine Meinung :-)

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