Auf der Suche nach Bedeutsamkeit

Vermutlich bist du zurzeit in deinem wohlverdienten Urlaub und genießt das Entschleunigen für ein paar Tage. Oder du bist schon wieder zurück und sehnst dir die freien Urlaubstage zurück. Während dessen strenge ich meine grauen Gehirnzellen an und plane zeitlich unseren Launch im Herbst. Bevor wir aber den Start mit einem großen „Bang“ feiern, möchte ich noch ein wenig auf Recherche gehen. Machst du mit?

Der Bedeutsamkeit auf der Spur

Vor ein paar Wochen habe ich eine Mini-Umfrage gemacht, mit Bezug zum individuellen Zeitempfinden. Es ist wirklich interessant, wie unterschiedlich Zeit wahrgenommen wird. Bei der Frage, was die größte Herausforderung im Alltag mit Kindern und Job ist, gaben 33% an  im Alltag zu wenig Zeit zu haben; 28% fällt es schwer, Priotitäten zu setzen und weiteren 28% fehlt ein konkreter Fokus.

Auf die Frage, was am ehesten zutrifft, antworten 50% !, dass sie sich fremdgesteuert fühlen und weitere 33 % sind (noch) auf der Suche nach einer besseren Alltagslösung. Genau 11 % sind sogar öfters unzurfrieden mit ihrer Situation.

Befragt haben wir für diese Mini-Umfrage 18 willkürlich ausgesuchte, arbeitende Mütter aus Deutschland und Österreich. Ich finde, schon die wenigen Teilnehmerzahlen sprechen eine eindeutige Sprache!

Vielen lieben Dank, wenn du mitgemacht hast!

Heute möchte ich überprüfen, ob die Richtung des Blogs stimmig ist, oder ob ich kleine Kurskorrekturen vornehmen sollte. Im Übrigen kann ich dir dieses Vorgehen wärmstens empfehlen. Zwischendurch immer wieder Feedback einzuholen, zu überlegen, ob der Weg noch stimmig für dich ist oder was besser bzw. anders laufen kann. Ich mache solche Überlegungen immer wieder im täglichen Alltag oder in der Hausarbeit, da ich mich innerlich dagegen sträube, hier kostbare Zeit zu verschenken. Meine Zeit nutze ich viel lieber für meine Famillie, fürs Bloggen 😉 oder für mein Lieblingsthema  ‚persönliche Weiterentwicklung‘. Es soll ja Menschen geben, die lieben das Putzen, aber ich gehöre definitiv nicht dazu!

Was heißt Bedeutsamkeit?

Als der Blog vor fast 1 1/2 Jahren ins Leben gerufen wurde, wollte ich testen, ob es draußen im großen World Wide Web Menschen gibt, die ähnlich denken wie ich oder zumindest den Wunsch haben, einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Wir alle haben sehr unterschiedliche Laufbahnen, weshalb ich zunächst schauen wollte, ob sich überhaupt Leser finden.

Und es fanden sich welche.

Interessanterweise fanden sich sowohl weibliche als auch männliche Leser, obwohl der Blog schon deutlich auf die Welt der arbeitenden Mamas abzielt. Dies brachte mich zum Grübeln, da der Gedanke des selbstbestimmten Lebens ja nicht grundsätzlich auf Frauen beschränkt ist. Meine Überlegung war aber die, dass gerade Frauen nach einer „Baby-Pause“ es schwer haben, ihren Weg wiederzufinden. Zu vieles wird durch die Geburt eines Kindes durcheinander gewirbelt, als dass Frau einfach da weitermachen könnte, wo sie aufgehört hat.

Wenn wir weiter denken, so gibt es zahlreiche Situationen im Leben, die einen so richtig Durchschütteln und wonach man nicht einfach so weitermachen kann oder möchte wie zuvor. Denken wir zum Beispiel an Schicksalsschläge, an plötzliche familiäre Veränderungen, an gesundheitliche Notwendigkeiten oder ähnlichem. Plötzlich sind wir gezwungen uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, unsere Zeit bewusst zu gestalten und uns intensiv damit auseinanderzusetzen, was für uns wirklich bedeutsam ist.

Wichtig können für uns viele Dinge sein: einen guten Ruf in seinem Umfeld zu haben, ein schickes kleines Häuschen zu besitzen, regelmäßiger Urlaub, genügend Geld für einen bequemen Lebensstandard zu erwerben. Diese Dinge sind aber nichts im Vergleich zu den Dingen, die wirklich bedeutsam sind.

Was ist bedeutsam für dich?

Bedeutsamkeit schafft Motivation

Im Grunde sind wir Menschen unser Leben lang auf der Suche. Wir sind auf der Suche nach dieser Bedeutsamkeit. In seinem Buch Das passende Leben legt der Entwicklungsforscher Remo H. Largo diesem Wunsch Bedürfnisse zu Grunde, welche alle Menschen gemeinsam haben:

  • Befriedigung der körperlichen Bedürfnisse
  • großes Verlangen nach Geborgenheit
  • ebenso nach sozialer Anerkennung sowie einer festen Stellung in Familie, Freundeskreis, Beruf, Gesellschaft
  • eigene Begabungen entfalten wollen
  • Leistungen erbringen wollen

Diese Erkenntnisse zieht er aus einer über zwei Generationen führenden Langzeitstudie über menschlische Entwicklung sowie eigener über 40 jähriger Erfahrung als Arzt mit und im Umgang mit Menschen unterschiedlichsten Alters. Ein sehr empfehlenswertes Buch!

Die Einen finden schneller heraus, was für sie bedeutsam ist und richten ihr Leben danach aus. Andere suchen ihr Leben lang.

Mir hat es zum Beispiel schon immer Spaß gemacht, anderen Menschen zu wahrer Großartigkeit zu verhelfen.

Herauszufinden, was der oder diejenige an Potenzial und Talent in sich hat und dieses zu Tage zu bringen und zu fördern, ist ein wahrlich großartiges Gefühl! Es ist meine tiefste Freude zu sehen, wie Menschen ihre persönlichen Hindernisse überwinden und es schaffen, daran zu wachsen. Diesem Bedürfnis folgend habe ich schon früh angefangen mein persönliches Talent weiterzuentwickeln: ich war Nachhilfe-Lehrerin, Baby-Sitterin, Jugendbetreuerin, Mutter-Kind-Gruppen-Leiterin, Personal Coach und noch einiges mehr. Und das alles ehrenamtlich. So konnte ich über mehr als zwei Jahrzehnte Wissen und Menschenkenntnis aufbauen und gleichzeitig das eigene Potenzial und Talent weiterentwickeln.

Ich wusste nicht, warum ich dies tat. Es gab scheinbar keinen triftigen Grund. Ich machte es einfach, weil es mir Freude bereitete und mir Energie gab und nach wie vor gibt.

Ich bin mir sicher, dass auch du Dinge hast, in denen du dich engagierst und wo du gerne und freiwillig deine Energie hineinsteckst. Meist geschieht dies unbewusst, wie ich dir weiter oben schrieb. Aber es ist ein gutes Zeichen dafür, dass diese Dinge bedeutsam für dich sind.

Unser Projekt ist zum Beispiel aus diesem Bedürfnis entstanden, aus purer Freude daran, Wissen weiterzugeben, sich mit anderen auszutauschen und vor allem andere dabei zu unterstützen, sich persönlich weiterzuentwickeln.

Meine Frage heute an dich ist:  Was ist wirklich bedeutsam für dich?

Vielleicht hilft es dir, dem auf die Spur zu kommen, wenn du für dich überlegst, warum du diesen Blog liest. Oder andere. Warum dir manches leicht von der Hand geht, während andere dies nur bewundern können.

Welches Bedürfnis spricht dieser Blog für dich an? Wo ist deine persönliche Sehnsucht?

Immer wieder zu überprüfen, ob das, was du tust, auch das ist, was dir die meiste Energie schenkt und Freude bereitet, ist dabei eine Lebensaufgabe. Du findest es nicht auf der Arbeit, bei einem anderen Menschen oder sonst wo. Suche es stattdessen in dir. Am besten kannst du es herausfinden, wenn du dich spielerisch auf die Suche machst und es selbst erforschst.

Erforschen und Iterieren

Ich fühle mich sehr geehrt, wenn ich  Feedback von dir erhalte. Das zeigt mir, dass ich bei dir auch tatsächlich ankomme. Der Blog hat immer einen theoretischen, einen kleinen praktischen und auch einen persönlichen Teil, weil es mir wichtig ist, dass du mich auch kennen lernst. Was mich bewegt, woraus ich meine größte Motivation ziehe und was meine Ziele sind, all das findest du in den Blogbeiträgen.

Damit der Blog sich auch weiterentwickelt und wachsen kann, ist er auch auf deine aktive Teilnahme angewiesen. Auf dein Interesse, deine persönlichen Geschichten, auf deine ganz konkrete Mitarbeit.

Der Blog ist nur so erfolgreich, wie er für dich bedeutsam ist. Wenn er dir nichts mehr bedeutet, dann kann ich direkt einpacken.

Das möchte ich aber nicht.

Und ich hoffe, dass du das auch nicht willst.

Was ist für dich bedeutsam?

Aus diesem Grund, möchte ich dich ein wenig besser kennen lernen. Ich habe einen kleinen Fragebogen vorbereitet, der weniger als 2 Minuten dauert. Du hast die Möglichkeit, den Blog thematisch mitzugestalten, mir mitzuteilen, was dich bewegt und was für dich bedeutsam ist. Auf diese Weise können wir gemeinsam am persönlichen Wachstum arbeiten.

Nimm dir 2 Minuten Zeit und mach mit bei der kurzen Umfrage!

Hier gehts zur Umfrage. 

Im Design Thinking Prozess spricht man von erforschen und iterieren. Die Idee dahinter ist, dass mam solange Nachforschungen macht, etwas ausprobiert und Korrekturen vornimmt, bis man den (für sich/für den Kunden oder wen auch immer) passenden Weg gefunden hat. Früher nannte man es schlichtweg ‚Versuch und Irrtum‘.

Genau das machen wir zurzeit. Wir sprechen mit vielen arbeitenden Müttern, probieren Prozesse in kleinem Rahmen aus, korrigieren diese, passen sie an, probieren es noch einmal und so weiter. Auf diese Weise kommen wir schnell und sicher voran und können dir frühzeitig Lösungen anbieten, die dir wirklichen Mehrwert bieten.

Mir ist ganz besonders wichtig, dass ich auch dich an diesem Prozess beteilige, so dass du ihn aktiv mitgestalten kannst.

Der Blog soll dir den Mehrwert bieten, den du suchst. Alles andere ist zweitrangig!

Nutz die Chance und mach mit bei unserer Umfrage!

Individuelle Lebensgestaltung durch Bedeutsamkeit

Kommen wir zurück zu dir.

Ich habe dir nicht umsonst beschrieben, wie wir vorgehen und welche „Schleifen“ wir drehen, um voranzukommen.

Wenn du dein Leben aktiv und selbstbestimmt gestaltest, dann machst du es ganz genau so: du überlegst dir, wie eine passende Lösung für dich aussehen könnte, probierst es aus, beobachtest dich und dein Umfeld. Anschließend ziehst du deine Schlüsse daraus, passt eventuell noch einmal an, korrigierst und durchläufst den Prozess noch einmal.

Dies wiederholst du solange, bis es für dich stimmig ist.

Die Wahrheit ist, dass die wenigsten Menschen sich tatsächlich so viele Gedanken über ihren Alltag machen.

Es ist ihnen zu anstrengend sich nach der Arbeit noch einmal hinzusetzen, zu überlegen, einen Plan zu erarbeiten, zu testen, um es wieder zu verwerfen und von Neuem zu beginnen.

Um wieviel leichter und angenehmer ist es, wenn man sich einfach hinlegen und vom Fernseher oder seinem Handy berieseln lassen kann.

Ja, ich weiß, das ist fies.

Aber so ist es!

Wenn ich nämlich konkreter nachfrage, die Person motiviere aktiv zu werden, und eine Sache „auszuprobieren“, dann höre ich im Grunde immer wieder dasselbe: „Momentan hab ich so viel um die Ohren. Ich werde mir mal im Urlaub die Zeit dafür nehmen müssen. Aber vielen Dank für deinen Tipp.“

Und das wars.

Ein feiner Unterschied

Bei aller Motivation und Goodwill, es wird sich nichts für dich ändern, wenn du nicht aktiv wirst.

Und wann wirst du aktiv?

Wenn etwas bedeutsam für dich ist!

Denk zum Beispiel an das großartige Engagement der freiwilligen Helfer bei der Ankunft der großen Flüchtlingswelle letztes Jahr. Diese Menschen wurden aktiv, weil sie etwas Bedeutsames tun wollten. Dies hat nichts mit der Entscheidung der Politik zu tun, allen Flüchtlingen die Tore zu öffnen. Mir geht es rein um die Motivation der Menschen zu handeln und aktiv zu werden.

Ein anderes Beispiel ist die MOOC-Bewegung. MOOC steht dabei für Massive Open Online Learning und hat zum Ziel, Wissen allen kostenfrei verfügbar zu machen. Einzige Voraussetzung ist ein Web-Zugang. Was muss es für eine großartige Motivation für die Gründer dieser Bewegung gewesen sein, im Visier zu haben, Wissen wirklich für Jeden verfügbar zu machen. Wie bedeutsam dies für unsere Zukunft sein wird, konnten viele damals nur erahnen.

Wenn Blogger, Autoren oder zahlreiche Trainer und Coaches schreiben, dass du das machen sollst, was du liebst, dann meinen sie in Wirklichkeit, dass du das tun solltest, was für dich bedeutsam ist.

Meist spürst du ganz gut, was für dich bedeutsam ist.

Dies liegt daran, weil

  • du in diesem Bereich deine Stärken hast und dein Talent nutzen kannst
  • der Bereich die Werte und Prinzipien anspricht, die für dich Sinn ergeben
  • du Dinge erschaffen könntest, die nicht nur dir, sondern auch dem Gemeinwohl dienen

Ich möchte dich diese Woche dazu ermuntern, bewusst zu überlegen, was für dich bedeutsam ist.

Das eigene Leben genau nach diesen Prinzipien auszurichten, ist eine Mammut-Aufgabe!

Doch wie das chinesische Sprichwort so schön vermittelt: alle großen Dinge werden auch ’nur‘ mit Hilfe vieler kleinen Schritte vollzogen. 🙂

In diesem Sinne wünsche ich dir eine fantastische Woche.

Sei mutig. Sei großartig. Sei einfach du selbst.

Deine
Ewa

 

 

 

 

 

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