Warum das Arbeiten um der Arbeit Willen sich nicht mehr lohnt

image

 

In meinem letzten Blog hatte ich erwähnt, dass immer mehr Menschen sich selbst ihre Arbeit definieren. Woher kommt diese Bewegung und warum sollte man sich überhaupt Gedanken hierüber machen? Man hat doch einen geregelten Job, ein monatlich fließendes Einkommen, kurz gesagt hat man „Sicherheit“. Warum sollte man etwas ändern, was anscheinend für Viele da draußen funktioniert?

Um diese Fragen zu beantworten, gehe ich zunächst zurück in der Zeit, sagen wir zu der Zeit, wo meine Großeltern noch junge Menschen waren mit Wünschen und Zielen fürs Leben. Eine Zeit, in der in Europa der zweite Weltkrieg wütete und die jungen Menschen gezwungen waren, rational und praktisch zu denken: wo bekomme ich das Geld für mich und meine Familie her für die nächste Woche, vielleicht sogar für den nächsten Monat? Reicht der Essensvorrat, um uns über den Winter zu bringen? Was ist, wenn meine Arbeitsstätte von einer der Bomben zerschlagen wird, finde ich dann schnell wieder eine Arbeit und wo? Die Gedanken kreisten nicht selten ums nackte Überleben und man lernte schnell Überlebenstechniken wie zum Beispiel Wasser, ein kostbares Gut, fünf mal für unterschiedliche Zwecke zu verwenden, ehe es weggeschüttet wurde. Diese und viele andere Fähigkeiten zu entwickeln war damals nicht nur äußerst hilfreich, sondern oft sogar überlebenswichtig. Die Möglichkeiten, Geld zu verdienen, waren begrenzt, man konnte überschüssiges Obst und Gemüse an den Nachbarn zum Tausch gegen andere Waren anbieten, es am Markt verkaufen oder Einmachen und Verkaufen oder Lagern. Da die Wege zur nächst größeren Stadt aufwendig waren und nur Wenige sich ein Auto leisten konnten, waren die eigenen Möglichkeiten des Geldverdienens sehr begrenzt. Eine „Auswanderung“ in die Städte bot da eine bessere Möglichkeit, Geld zu verdienen. Jeder noch so kleine Geldbetrag wurde bei Seite gelegt und eisern gespart.

Der Krieg wurde beendet, die Wirtschaft erholte sich und langsam ging es den Menschen besser. Es kamen neue Wünsche und Ziele auf und mit der Demokratie ganz neue Möglichkeiten: die Freiheit dort zu arbeiten, wo man will, die Freiheit überhaupt zu arbeiten oder eben nicht, die Freiheit zu denken und zu leben, wie man will. Vielen ist diese Freiheit nicht geheuer, sie hat scheinbar keinen Rahmen, keine Regeln, kein Ziel mehr, so wie damals, ja sie kann einem sogar Angst machen. Doch dies ist nur ein Faktor, der sich in den letzten Jahren gewandelt hat. Freiheit bedingt nämlich auch eine gewisse Verantwortung, nicht nur sich selbst, sondern auch der Gesellschaft gegenüber. Eine Verantwortung, die es früher in dieser Form nicht gab und die ganz neue Fähigkeiten erfordert. Heute GIBT es unzählige Möglichkeiten, Geld zu verdienen, Mobilität ist heute für die Meisten von uns kein Thema mehr und es GIBT unzählige Jobs, die man annehmen kann, oder eben auch nicht. Auch diese Unbestimmtheit, dieser fehlende Rahmen kann Angst machen.

Die Herausforderung ist heute eine andere. Wenn es so viele Möglichkeiten da draußen gibt, zu tun und zu lassen, was auch immer man will, warum tun wir es dann nicht einfach? Ganz einfach, weil wir es nicht gelernt haben! Seit unserer Schulzeit lernten wir, dass es einen vorgegebenen (festgetrampelten) Weg gibt, dem wir möglichst genauso folgen sollten, damit es uns gut geht und wir genug Geld zum Leben verdienen. Unser Arbeitgeber ist unsere Sicherheit und wir tun gut daran, das zu tun, was man uns sagt. Nichts anderes wie auch schon zu Schulzeiten gelernt. In diesem Raster fühlen wir uns vertraut, sicher und wohl. Da wollen wir nach Möglichkeit verweilen.

Der Haken bei dieser Wahl zu leben ist jedoch, dass wir uns selbst den Möglichkeiten da draußen verschließen. Indem wir uns selbst einem seit Jahrzehnten bestehenden System fügen, ignorieren wir die veränderten Begebenheiten und unsere eigenen Möglichkeiten.

Was wäre aber, wenn wir uns den Möglichkeiten nicht verschließten, sondern nach Alternativen suchen würden. Alternativen zum bisherigen Lebensmodell, mit vielfältigeren Facetten als dem bestehenden. Mittlerweile dürfte fast jeder von uns entweder am eigenen Leib oder durch Beobachtung anderer festgestellt haben, dass das Modell des einzigen Arbeitgebers während der gesammten beruflichen Laufbahn veraltet ist. Auf dem Weg zu einem neuen Job haben nicht Wenige jedoch die oben bereits erwähnte Freiheit für sich entdeckt. Die Freiheit, nämlich zu seinen eigenen Bedingungen zu arbeiten. Ob teilzeit oder vollzeit, ein Job odere mehrere, ob als Angstellter, Selbstständiger oder beides zugleich ist dabei nicht so wichtig. Viel spannender ist, und das ist mein heutiges Anliegen, dass diese Menschen angefangen haben, die bestehende Freiheit für sich zu nutzen und ihr eigenes Lebensmodell erschaffen haben. Sie geben ihre Sicherheit bewusst auf, um diese einzutauschen gegen Freiheit. Und während sie eisern für ihre Freiheit arbeiten, entdecken sie ihre eigene, innere Sicherheit.

Der Weg dorthin ist ein Herausbrechen aus der eigenen Komfort-Zone, ein An-sich-ständig-Arbeiten aber eben auch, und das ist viel wichtiger, ein Befreien aus bestehenden, gesellschaftlichen Normen und das Suchen und Prägen der eigenen, ganz persönlichen Wege.

Es ist mir ein persönliches Anliegen so vielen Menschen wie möglich, diese Möglichkeiten aufzuzeigen und ihnen das Wissen und die Werkzeuge mitzugeben, dass sie ihre eigenen Wege finden und gehen können. Dies erfordert Mut, eine unerschütterliche Überzeugung und Menschen, die genauso denken und einen auf diesem Weg unterstützen und begleiten. Insbesondere möchte ich alle arbeitenden Eltern dabei bestärken, für sich und ihre Familie einen ganz persönlichen Weg zu schaffen, der zu ihrem Verständnis eines Lebensmodells passt, und nicht umgekehrt.

Lasst uns gemeinsam diese Welt positiv und nachhaltig verändern! Seid selbst die Zukunft, die ihr euch wünscht!

Im nächsten Blog werde ich einige Beispiele aufzeigen, die genau diese neuen, ganz persönlichen Wege von Menschen beschreiben. Lasst euch inspirieren und seid auch beim nächsten Mal wieder dabei!

Herzliche Grüße,

eure Ewa

Tagged with:

Wie denkst du zu dem Thema? Schreibe mir gern deine Meinung :-)

%d Bloggern gefällt das: